Die Kursschwankungen von Bitcoin haben in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Laut Analysten könnte das darauf hindeuten, dass der Markt erneut von Optionen dominiert wird – ähnlich wie in früheren Phasen, in denen die Kryptowährung starke Sprünge nach oben wie nach unten verzeichnete.
Volatilität wieder auf dem Niveau von vor dem ETF-Start
Seit der Einführung der US-amerikanischen Bitcoin-ETFs Anfang 2024 blieb die sogenannte implizite Volatilität auffallend niedrig. Diese ruhige Phase scheint vorbei zu sein, sagt Jeff Park, Marktanalyst und Berater beim Vermögensverwalter Bitwise.
Laut Park ist die Volatilität auf rund 60 Prozent angestiegen, nachdem sie lange Zeit unter 80 Prozent gelegen hatte. Er vergleicht die aktuelle Lage mit Anfang 2021, als Optionen eine entscheidende Rolle beim Anstieg auf das damalige Rekordhoch von 69.000 Dollar spielten.

„Am Ende sind es die Positionsmuster am Optionsmarkt, nicht nur der Spotmarkt, die Bitcoin auf neue Höchststände treiben“, so Park. „Zum ersten Mal seit fast zwei Jahren scheint die Volatilitätskurve wieder Anzeichen einer optionsgetriebenen Dynamik zu zeigen.“
ETF’s haben die Volatilität nicht dauerhaft gezähmt
Diese Einschätzung widerspricht der Annahme, dass die Einführung von ETFs Bitcoin dauerhaft stabiler machen würde. Wegen des Zuflusses institutionellen Kapitals und passiver Fonds galt lange Zeit die Erwartung, der Markt würde sich stärker wie eine traditionelle Anlageklasse verhalten.
Die jüngste Rückkehr der Volatilität zeichnet jedoch ein anderes Bild. Binance-Chef Richard Teng weist darauf hin, dass erhöhte Schwankungen derzeit in nahezu allen Märkten zu beobachten sind – nicht nur bei Bitcoin.
Kurssturz schürt Angst vor Abwärtstrend
Bitcoin fiel am Donnerstag unter 85.000 Dollar, was Spekulationen über weitere Rückgänge anheizt. Analysten nennen mehrere Gründe: das Auflösen von Hebelpositionen, Gewinnmitnahmen von Langfristinvestoren und makroökonomische Unsicherheiten.
Nach Ansicht der Kryptobörse Bitfinex handelt es sich jedoch in erster Linie um eine „taktische Neugewichtung“ durch Anleger. Man widerspreche der Auffassung, es gebe einen strukturellen Kapitalabfluss institutioneller Akteure.
Fundament bleibt nach Einschätzung von Analysten solide
Trotz der heftigen Kursausschläge bleibt die langfristige Story rund um Bitcoin intakt, betonen Marktbeobachter. Die Kryptowährung zieht weiterhin institutionelles Interesse auf sich und spielt ihrer Ansicht nach eine zunehmend wichtigere Rolle im breiteren Finanzsystem.
Für Anleger bedeutet die wieder aufgeflammte Volatilität vor allem, dass der Markt zu einer Dynamik zurückkehrt, die in der Vergangenheit häufig zu starken Bewegungen geführt hat – nach oben wie nach unten.
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