Bitcoin (BTC) hat in den vergangenen Monaten erneut enorme Geldströme bewegt. Laut neuen Untersuchungen wickelte die Kryptowährung innerhalb von neunzig Tagen weltweit Transaktionen im Wert von fast 7 Billionen US‑Dollar ab. Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung, auch wenn diese Zahlen noch wenig über die tatsächliche Alltagsnutzung von Bitcoin aussagen. 

Globale Bitcoin-Akzeptanz bleibt begrenzt

Einem Bericht der Analyseplattform Glassnode zufolge kommt das Settlement-Volumen von Bitcoin inzwischen an das der beiden größten Zahlungsnetzwerke der Welt heran. Visa wickelte im selben Zeitraum 4,25 Billionen US‑Dollar ab, Mastercard 2,63 Billionen US‑Dollar. Zusammen entspricht das in etwa dem Niveau von Bitcoin. Glassnode stellt fest, dass immer mehr Transaktionen abseits der Blockchain über ETF’s und Broker laufen, bezeichnet Bitcoin und stablecoins aber als „dominant im On-Chain-Settlement“.

Das Bild ändert sich jedoch deutlich, sobald interne Verschiebungen zwischen Wallets derselben Partei herausgerechnet werden. Dann bleiben Glassnode zufolge rund 870 Milliarden US‑Dollar pro Quartal übrig. Das entspricht im Schnitt 7,8 Milliarden US‑Dollar pro Tag – deutlich weniger als die täglichen Volumina der großen Zahlungsriesen. Visa verarbeitet im Durchschnitt 39,7 Milliarden US‑Dollar pro Tag, Mastercard 26,2 Milliarden US‑Dollar.

Der Großteil der Bitcoin-Transaktionen hängt zudem nicht mit Verbraucherzahlungen zusammen. Die Volumina werden vor allem von Handel, grenzüberschreitenden Überweisungen und Investitionen getrieben. Weltweit akzeptieren etwas mehr als zwanzigtausend Geschäfte Bitcoin, wie Daten von BTCmap zeigen. Das steht in starkem Kontrast zu den 175 Millionen Akzeptanzstellen von Visa.

Geschäfte, die Bitcoin-Zahlungen akzeptieren – Quelle: BTCmap

Großteil der stablecoin-Aktivität stammt von Handelsbots

Auch stablecoins gewinnen als alternatives Zahlungssystem an Bedeutung. Die fünf größten stablecoins kommen auf durchschnittlich 225 Milliarden US‑Dollar an täglichen Transaktionen. Ihr fester Wert zum US‑Dollar und die niedrigen Transaktionskosten machen sie besonders für schnelle internationale Überweisungen attraktiv.

Doch auch hier stellt sich die Frage, wie „echt“ diese Aktivität ist. Forscher von CEX.io stellten fest, dass rund 70 Prozent der 15,6 Billionen US‑Dollar an stablecoin-Transfers im dritten Quartal auf automatisierte Handelsbots zurückgingen. Nur 20 Prozent entfielen auf organische Nutzung. Der Rest betraf interne Transaktionen innerhalb von Smart Contracts und Börsen.

CEX.io zufolge ist es „entscheidend“, diese Unterscheidung zu treffen, da Entscheidungsträger sonst kein realistisches Bild von den Risiken und der tatsächlichen Adoption erhalten.

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