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Juli ist bislang ein starker Monat für Bitcoin (BTC) – und das hatte die Kryptowährung dringend nötig. Nach zwei tiefroten Monaten liegt der Kurs bereits mehr als 10 Prozent im Plus, obwohl erst die Hälfte des Monats vorbei ist.
Blockchain-Daten zeigen allerdings, dass viele Investoren die Erholung nutzen, um Coins zu verkaufen. Damit deckeln sie den Kurs.
Am 1. Juli fiel Bitcoin auf ein Tief von 57.700 Dollar, gestern erreichte er in der Spitze 65.600 Dollar. Das entspricht einer Erholung von knapp 14 Prozent und der dritten grünen Woche in Folge.
Bemerkenswert ist das auch deshalb, weil der Konflikt mit Iran wieder aufgeflammt ist. Und wie bei jeder Erholung in diesem Bärenmarkt stellt sich erneut die Frage, ob daraus ein neuer Trend entsteht.
Die Langfristanleger glauben daran nicht. Sie gelten als besonders standhafte Marktteilnehmer: Adressen, die ihre Coins seit mindestens 155 Tagen halten, also seit gut fünf Monaten.
Sie nutzen die aktuelle Stärke vielmehr zum Ausstieg. Viele von ihnen kauften rund um das Zyklushoch und liegen im Minus; ihre Coins sind also weniger wert als der gezahlte Preis.
Cryptovizart, Analyst bei Glassnode, beobachtet, dass ihre realisierten Verluste deutlich zunehmen, während sich der Kurs der Marke von 66.000 Dollar nähert.
„Käufer am Zyklushoch nutzen die Erholungsrally als Ausstieg und realisieren Verluste, die geringer ausfallen als bei Kursen unter 60.000 Dollar. In Stärke zu verkaufen, statt auf eine vollständige Erholung zu warten, passt zu nachlassender Überzeugung bei Langfristanlegern, die im Minus liegen.“
Auf der anderen Seite stehen kurzfristige Halter, die um das Tief herum eingestiegen sind. Sie realisieren inzwischen Gewinne von mehr als 4 Millionen Dollar pro Tag.
Ein solches Tempo war zuletzt im Mai zu beobachten, als Bitcoin kurzzeitig 82.000 Dollar erreichte.
„Zwei Kräfte halten die Rally zugleich in Schach: Käufer am Zyklushoch begrenzen in die Stärke hinein ihre Verluste, während Käufer des lokalen Tiefs ihre Gewinne sichern. Beide Gruppen verkaufen in dieselbe Kurserholung hinein.“
Die eine Gruppe verkauft aus Enttäuschung, die andere aus Zufriedenheit. Beide scheinen jedenfalls wenig Vertrauen in den weiteren Verlauf zu haben. Dadurch entsteht über dem Markt ein Angebotsüberhang – genau dort, wo Bitcoin ihn überwinden muss.
Diese Woche entwickelt sich Bitcoin so stark, weil Inflationsdaten aus den USA für Erleichterung gesorgt haben.
Am Dienstag fiel der Verbraucherpreisindex (CPI) deutlich niedriger aus als erwartet, gestern bestätigte der Erzeugerpreisindex (PPI) dieses Bild. Vor allem niedrigere Energiepreise sorgten für Entspannung.
In der Folge ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Sitzung der vergangenen Woche von rund 38 Prozent auf nahezu null gefallen, wie Daten des Prognosemarkts Polymarket zeigen.
Dadurch sanken die Renditen von Staatsanleihen unmittelbar, der Dollar geriet unter Druck – und wie so oft bewegten sich Aktien, Bitcoin und Gold in die Gegenrichtung. Bei niedrigeren Zinsen bringt das sichere Parken von Geld weniger Ertrag, zugleich lockern sich die Finanzierungsbedingungen.
Doch das Risiko ist nicht verschwunden, sondern nur nach hinten verschoben. Der Markt rechnet weiterhin mit mindestens einer Zinserhöhung im weiteren Jahresverlauf. Grund dafür ist der Ölpreis, der wieder anzieht, nachdem die Waffenruhe zwischen Iran und den USA geplatzt ist.
Es wird befürchtet, dass der Höhepunkt der Inflation noch nicht erreicht ist. Das könnte eine straffere Geldpolitik der Notenbank rechtfertigen.
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