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Die Quartalszahlen der großen amerikanischen Tech-Unternehmen drehten sich gestern erneut um ein Thema: Künstliche Intelligenz. Google, Amazon, Microsoft und Meta investieren weiterhin enorme Summen in Rechenzentren, Chips und KI-Infrastruktur. Diese vier Tech-Giganten planen in diesem Jahr gemeinsam Kapitalinvestitionen von rund 725 Milliarden Dollar.
Das entspricht einem Anstieg von 77 Prozent im Vergleich zu den bereits rekordhohen 410 Milliarden Dollar des Vorjahres. Die zentrale Frage ist, ob diese Investitionen letztlich ausreichende Renditen bringen werden. Nach den gestrigen Zahlen scheint die Antwort vorerst differenziert auszufallen. Google präsentierte sich als klarer Gewinner, während Meta abgestraft wurde.

Vor allem Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, konnte die Anleger beeindrucken. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 22 Prozent auf 110 Milliarden Dollar, während der Nettogewinn um 81 Prozent auf 62,6 Milliarden Dollar zunahm.
Die größte Überraschung war bei Google Cloud zu verzeichnen. Dieser Bereich wuchs um 63 Prozent und erzielte einen Umsatz von 20 Milliarden Dollar. Damit zeigt Google, dass es in der stark umkämpften Cloud-Markt, wo Amazon und Microsoft weiterhin führend sind, an Boden gewinnt.
Das ist bedeutend, da das Cloud-Wachstum direkt mit der KI-Revolution verbunden ist. Unternehmen benötigen enorme Rechenkapazitäten, um KI-Modelle zu trainieren und einzusetzen. Wer diese Infrastruktur bereitstellen kann, ist nah am Puls der neuen Wirtschaft.
Auch die Suchmaschine von Google blieb stark. Der Umsatz aus Suchanzeigen stieg um 19 Prozent auf 60,4 Milliarden Dollar. Das ist relevant, da Anleger in den letzten Jahren befürchteten, dass KI-Chatbots die klassische Suchmaschine bedrohen könnten. Vorerst scheint Google dieser Herausforderung gut zu begegnen.
Amazon und Microsoft präsentierten ebenfalls starke Zahlen, doch die Marktreaktionen fielen hier weniger euphorisch aus als bei Google.

Amazon verzeichnete einen Anstieg des Cloud-Umsatzes um 8,3 Milliarden Dollar auf 37,6 Milliarden Dollar. Amazon Web Services bleibt damit vorerst der größte Akteur im Cloud-Bereich. Das Unternehmen verwies auch auf eine umfangreiche Pipeline zukünftiger Verträge, darunter ein jüngst geschlossener Deal mit Anthropic.
Microsoft profitiert ebenfalls von der Nachfrage nach KI und Cloud. Die Cloud-Sparte, zu der Azure gehört, wuchs um 40 Prozent. Der Gesamtumsatz von Microsoft erreichte ein Rekordniveau von 82,9 Milliarden Dollar, während der Nettogewinn bei 32 Milliarden Dollar lag.
Dennoch bleibt bei Microsoft die Frage, wie viele zusätzliche Investitionen nötig sind, um die Nachfrage zu decken. Das Unternehmen rechnet damit, im Kalenderjahr 2026 rund 190 Milliarden Dollar in Kapitalinvestitionen zu stecken. Das liegt deutlich über den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten.
Der große Verlierer war Meta. Auf dem Papier sahen die Zahlen nicht schlecht aus. Der Umsatz stieg um 33 Prozent auf 56,3 Milliarden Dollar. KI hilft dem Unternehmen zudem, Anzeigen besser zu verkaufen und die Nutzer länger zu binden.
Trotzdem fiel die Aktie nach den Zahlen im nachbörslichen Handel um etwa 6 Prozent. Der Grund ist, dass sich Anleger über die steigenden Kosten und die unklare Zeitlinie neuer KI-Produkte sorgen.
Meta erhöhte seine Investitionspläne um 10 Milliarden Dollar und erwartet in diesem Jahr Kapitalinvestitionen von bis zu 145 Milliarden Dollar. Dieses Geld fließt unter anderem in Rechenzentren, Chips, Energieversorgung und technisches Talent.
Damit verändert sich das Bild von Meta. Wo das Unternehmen jahrelang als extrem profitabler Anzeigenmaschine mit relativ geringem Kapitalbedarf bekannt war, beginnt es nun zunehmend so auszusehen, als müsse es enorme Summen investieren, um im KI-Bereich mitzuhalten.
Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Zahlenwerk ist jedoch, dass die KI-Wirtschaft noch lebendig ist. Die Nachfrage nach Cloud-Kapazitäten, Rechenzentren und KI-Diensten bleibt stark. Google, Amazon und Microsoft verweisen alle auf große Auftragsbücher und anhaltende Kapazitätsengpässe.
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