Wenn Sie schon länger in der Finanzwelt unterwegs sind, haben Sie sicherlich schon einmal den Begriff „too big to fail“ gehört. Dieser Begriff wird oft auf große Banken angewendet und bedeutet, dass diese im Prinzip nicht scheitern dürfen, da ihr Zusammenbruch die gesamte Gesellschaft mit sich ziehen könnte.
Laut dem Financial Stability Board (FSB) ist die US-amerikanische Bank JPMorgan Chase jetzt die wichtigste Bank der Welt.
JPMorgan darf nicht scheitern
JPMorgan Chase ist die einzige Bank, die vom FSB in die „Bucket 4“ eingestuft wurde. Das bedeutet, dass JPMorgan als eine der systemrelevantesten Banken weltweit betrachtet wird.
Daher ist JPMorgan verpflichtet, höhere Kapitalpuffer vorzuhalten. Konkret handelt es sich um zusätzliche 2,5 %, die als Reserve für finanzielle Schocks bereitgehalten werden müssen. Dieses zusätzliche Kapital soll sicherstellen, dass die Bank finanziell gesund bleibt, selbst in Stresssituationen, ohne auf Steuergelder zurückgreifen zu müssen.
Zudem unterliegen Banken in höheren Buckets strengeren Aufsichtsregeln und müssen höhere Standards erfüllen. Diese beinhalten nicht nur höhere Kapitalanforderungen, sondern auch strengere Vorgaben für Risikomanagement, Governance und interne Kontrollen.
Diese Maßnahmen wurden eingeführt, um die Stabilität des Finanzsystems zu verbessern. Ziel ist es, sicherzustellen, dass große, systemrelevante Banken über ausreichend Kapital verfügen, um Verluste aufzufangen und das Risiko einer Finanzkrise wie 2008 zu reduzieren.
JPMorgan Chase und Bitcoin
Die Beziehung zwischen JPMorgan Chase und seinem CEO Jamie Dimon zu Bitcoin ist komplex.
Jamie Dimon äußert sich regelmäßig äußerst kritisch zu Bitcoin und sieht keinen langfristigen Wert in der digitalen Währung. Dennoch hat JPMorgan Chase Schritte unternommen, um seinen Kunden den Zugang zu Kryptowährungen zu ermöglichen.
Im Jahr 2021 begann die Bank damit, ihren Vermögensverwaltungskunden Zugang zu Bitcoin-Fonds zu bieten. Dies zeigt, dass die Bank trotz der persönlichen Meinung ihres CEO auf die Nachfrage ihrer Kunden reagiert.
Außerdem hat JPMorgan eine eigene Kryptowährung, die JPM Coin, entwickelt. Diese soll hauptsächlich für interne und kundenbezogene Transaktionen genutzt werden. Damit erkennt die Bank den Wert der zugrunde liegenden Blockchain-Technologie an.
Trotzdem ist es unwahrscheinlich, dass Jamie Dimon Bitcoin jemals in sein Portfolio aufnehmen wird. Er bezeichnete die digitale Währung öffentlich als „wertlos“ und „eine übertriebene Betrugsmasche.“
Es könnte kaum deutlicher sein: Jamie Dimon ist kein Bitcoiner.
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