Eine der größten Banken der Welt sieht bei US-Aktien noch Potenzial. Die Bank of America hat ihre Prognose für den S&P 500 angehoben und erwartet in den kommenden zwölf Monaten weiteres Wachstum.
Die Bank stützt sich dabei auf ihren viel beachteten Sell Side Indicator, ein Stimmungsbarometer, das historisch oft vor bedeutenden Wendepunkten an der Börse warnt.
Dem Modell zufolge könnte der S&P 500 innerhalb eines Jahres um etwa zwölf Prozent zulegen. Dies entspräche einem Niveau von rund 7.800 Punkten. Damit bleibt die Bank of America bemerkenswert optimistisch, obwohl das Anlegerverhalten bereits relativ optimistisch ist.
Sell Side Indicator bleibt optimistisch trotz wachsender Zuversicht
Der Sell Side Indicator misst die durchschnittlichen Aktienempfehlungen von Wall Street-Strategen in Anlageportfolios. Im Januar stieg dieser Indikator leicht an und erreichte den höchsten Stand seit März des Vorjahres. Das deutet darauf hin, dass Strategen optimistischer gegenüber Aktien sind.
Auf den ersten Blick klingt das wie ein Warnsignal. Der Indikator funktioniert nämlich als Kontraindikator. Historisch gesehen schneiden Aktien am schlechtesten ab, wenn Strategen extrem optimistisch sind, und am besten, wenn sie vorsichtig bleiben.
Bank of America sieht jedoch das Wendepunkt noch nicht erreicht. Obwohl der Optimismus gestiegen ist, liegt der Indikator noch immer unter dem Niveau, das in der Vergangenheit mit großen Markthöchstständen zusammenfiel. Solange diese Schwelle nicht überschritten wird, bleibt das Signal laut der Bank optimistisch.
Analystin Victoria Roloff erklärt, dass momentan keine klassischen Anzeichen für einen nahenden Höchststand am Markt erkennbar sind. Die Positionierung der Strategen nähert sich zwar vorsichtigeren Niveaus, befindet sich jedoch noch nicht in der Gefahrenzone.
Unternehmensgewinne stärken Vertrauen an der Wall Street
Die jüngste Kursentwicklung scheint dieses Bild zu bestätigen. Der S&P 500 schloss im letzten Monat höher, trotz einer zwischenzeitlichen Korrektur aufgrund geopolitischer Spannungen. Laut Bank of America deutet dies auf eine grundlegende Widerstandsfähigkeit des Marktes hin.
Zudem bleiben die Fundamentaldaten robust. Im laufenden Berichtssaison gab es bislang keine nach unten gerichteten Anpassungen der Gewinnerwartungen für 2026. Analysten gehen weiterhin von einem zweistelligen Gewinnwachstum im nächsten Jahr aus.
Auch die Aussagen der Unternehmen selbst zeugen von Vertrauen. Warnungen vor einer nachlassenden Nachfrage sind seltener, was darauf hindeutet, dass die Unternehmen vorerst von einem stabilen wirtschaftlichen Umfeld ausgehen. Solange diese Kombination aus Gewinnwachstum und gemäßigtem Optimismus Bestand hat, sieht die Bank of America weiteres Potenzial für Kursanstiege an der US-Aktienmarkt.
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