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Der Konflikt im Nahen Osten belast weltweit die Finanzmärkte. Die asiatischen Aktienmärkte verzeichneten heute deutliche Verluste, wobei besonders japanische Aktien stark betroffen waren. Investoren sind besorgt über die zunehmenden Spannungen und auch die Signale der japanischen Zentralbank zu möglichen Zinserhöhungen sorgen für zusätzliche Nervosität.
Der japanische Nikkei 225, ein wichtiger Aktienindex mit den größten börsennotierten Unternehmen des Landes, startete den Handelstag mit einem Verlust von 5,2 Prozent. Im Laufe des Tages konnte der Index einen Teil der Verluste wettmachen und steht nun bei 50.188 Punkten. Damit liegt der Nikkei immer noch 2,79 Prozent unter dem Niveau vom Freitag.

Der Hang Seng Index, der große chinesische Unternehmen umfasst, die in Hongkong notiert sind, fiel heute um über 2 Prozent. Später am Tag erholte sich der Index etwas, sodass sich der Verlust auf etwa 0,8 Prozent verringerte.
Die niederländische Ökonomin Madelon Vos sieht die asiatischen Märkte als besonders anfällig für geopolitische Unruhen. Sie schreibt auf X: „In Asien brechen die Börsen stark ein. Asien ist der Kontinent, der als erster die Auswirkungen der anhaltenden Unruhen im Nahen Osten spürt.“
Asien ist dafür besonders anfällig, weil viele Länder wie Japan und Südkorea kaum eigene Öl- und Gasvorkommen haben und stark auf Importe angewiesen sind. Gleichzeitig ist die Energienachfrage aufgrund der großen Industrie und Bevölkerungszahl in der Region hoch.
Ein Großteil dieser Energie stammt aus dem Nahen Osten und wird über die Straße von Hormus transportiert. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) gehen etwa 80 Prozent des über diese Route transportierten Öls nach Asien. Genau diese wichtige Route steht nun durch den Iran unter Druck.
Bemerkenswerterweise verzeichnet Bitcoin (BTC) trotz des anhaltenden Konflikts einen leichten Anstieg. Aktuell liegt der Bitcoin-Kurs in den letzten 24 Stunden etwa 1,4 Prozent höher, bei rund 67.400 Dollar.
Donald Trump betont weiterhin, dass die Verhandlungen „gut verlaufen“ und ein Abkommen nahe sei. Der Iran widerspricht und erklärt, es gebe keine direkten Gespräche.
Teheran bezeichnet die amerikanischen Vorschläge als unrealistisch und unfair. Laut Berichten umfassen diese weitreichende Forderungen an den Iran, wie den Abbau des Nuklearprogramms, die Einstellung der Raketenentwicklung und die vollständige Öffnung der Straße von Hormus.
Unterdessen erhöht Trump den Druck weiter. Er spielt mit dem Gedanken einer möglichen Übernahme der strategisch wichtigen iranischen Insel Kharg. Diese Insel ist entscheidend für die iranische Wirtschaft und wickelt etwa 90 Prozent der Ölexporte des Landes ab.
Die Folgen sind nicht auf Asien beschränkt. Der steigende Ölpreis, der derzeit bei etwa 101 Dollar pro Barrel liegt, hat weltweit Auswirkungen auf die Wirtschaft. In Europa ist das derzeit noch weniger sichtbar als in Asien, könnte sich aber schnell ändern, wenn der Konflikt weiter eskaliert.
Die geopolitischen Spannungen beeinflussen auch die Politik der Bank of Japan (BOJ). Japan wird stark von der Unruhe getroffen, während gleichzeitig die Sorgen über mögliche Zinserhöhungen zunehmen.
Der Präsident der Zentralbank, Kazuo Ueda, verkündete heute im Parlament, dass die BOJ die schwache Yen-Entwicklung genau beobachtet. Durch den Fall der japanischen Währung werden Importe teurer, was die Inflation weiter anheizt.
Ueda sagte dazu: „Wir werden die Politik angemessen steuern, indem wir die Währungsbewegungen und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft genau verfolgen.“
Anleger sehen dies als Signal, dass Zinserhöhungen näher rücken. Höhere Zinsen verteuern Kredite und bremsen das Wirtschaftswachstum. Das setzt die ohnehin schon angespannten Aktienmärkte zusätzlich unter Druck.
Dies sorgt weltweit für Unruhe. Die BOJ-Politik ist wichtig, da Japan einer der größten Geldgeber der Welt ist. Jahrelang lag der Zinssatz dort bei rund minus 0,1 Prozent. Dadurch konnten Investoren günstig Yen leihen und das Geld anderswo anlegen. Das ist als Carry Trade bekannt.
Im März 2024 wurde der Zinssatz erstmals erhöht. Mittlerweile liegt er bei 0,75 Prozent, nach einer weiteren Erhöhung im Dezember.
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