Während die meisten Kryptowährungen in dieser Woche tiefrote Zahlen schreiben, fällt eine Gruppe auf, die deutliche Gewinne einfährt. In einer Zeit, in der finanzielle Transparenz immer stärker eingefordert wird, suchen Anleger nach dem Gegenteil: Privatsphäre.
Privacy-Coins legen kräftig zu – trotz Marktschwäche
Privacy-Coins wie Zcash (ZEC) und Dash (DASH) führen derzeit die Liste an. ZEC stieg in dieser Woche um 44,3 Prozent, während DASH satte 121 Prozent an Wert gewann. Auch Decred (DCR) schoss nach der Einführung neuer Privacy-Funktionen um 145 Prozent nach oben.
Zoomt man bei Zcash weiter heraus, wirken die Zahlen noch beeindruckender. In den vergangenen drei Monaten legte das Projekt um satte 1.250 Prozent zu. Mit einem Kurs von 521 US-Dollar erreichte die digitale Münze den höchsten Stand seit fast acht Jahren.

Wie funktionieren Privacy-Token?
Blockchain-Projekte sind von Natur aus transparent. Das hat Vorteile, doch nicht immer sollen alle Transaktionsdaten öffentlich einsehbar sein. Privacy-Token lösen dieses Problem. Sie erlauben weiterhin die Verifizierung von Transaktionen, verbergen dabei jedoch sensible Informationen wie Beträge, Wallet-Adressen sowie die Identität von Absender und Empfänger. Damit ist es praktisch unmöglich nachzuvollziehen, wer was an wen gesendet hat.
Diese Entwicklung steht in starkem Kontrast zum Kursrutsch der Schwergewichte des Kryptomarkts. Bitcoin (BTC) büßte diese Woche 7,4 Prozent ein, während Ethereum (ETH) und Solana (SOL) mit Rückgängen von 13,9 beziehungsweise 18,8 Prozent noch stärker unter Druck gerieten.
Warum Anleger auf Privatsphäre setzen
Laut Analysten, die mit Decrypt sprachen, wird das Comeback von Privacy-Token wie ZEC und DASH maßgeblich von mehreren Entwicklungen angetrieben. Sowohl in den USA als auch in der EU wird an immer strengeren Vorgaben für Krypto-Transaktionen gearbeitet. In der Folge verlagern Anleger ihr Kapital zunehmend in Coins, die mehr Anonymität bieten. „Einige langfristige Bitcoin-Halter tauschen Teile ihrer BTC in Privacy-Coins wie ZEC“, sagt Slava Demchuk, CEO des Analyseunternehmens AML Bot.
Außerdem legte der Krypto-Vermögensverwalter Grayscale Anfang Oktober das Grayscale Zcash Trust auf. Damit wurde die Münze für Anleger zugänglicher – auch für institutionelle. In den darauffolgenden Tagen flossen Dutzende Millionen Dollar in den Fonds.
Das wachsende Interesse wird auch durch optimistische Signale einflussreicher Krypto-Stimmen befeuert. So äußerte sich BitMEX-Gründer Arthur Hayes positiv zu Zcash. Auf der Social-Media-Plattform X prognostiziert er, ZEC könne auf 10.000 US-Dollar steigen – ein potenzieller Gewinn von 1.815 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs.
Auch Unternehmer Naval Ravikant, eine prominente Figur im Silicon Valley, nannte Zcash kürzlich „eine Versicherung gegen Bitcoin“.
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