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Anleger ziehen derzeit in hohem Tempo Geld aus dem größten Gold-ETF der Welt ab. Seit Anfang März sind mehr als 14 Milliarden US-Dollar aus SPDR Gold Shares (GLD) abgeflossen. Das ist bemerkenswert, weil Gold in unsicheren Zeiten traditionell als sicherer Hafen gilt. Die Abflüsse werfen daher die Frage auf, ob Investoren Gold das Vertrauen entziehen oder lediglich in günstigere Alternativen wechseln.
Nach Daten von Bloomberg sind seit dem 1. März rund 14,4 Milliarden US-Dollar aus dem SPDR Gold Shares ETF abgeflossen. Allein im März zogen Anleger 8,5 Milliarden US-Dollar aus dem Fonds ab, der höchste monatliche Abfluss seit Bestehen.
Danach setzte sich der Trend fort. Im April wurden weitere 1,7 Milliarden US-Dollar abgezogen, gefolgt von 872 Millionen US-Dollar im Mai und 3,2 Milliarden US-Dollar im Juni. Im Juli scheint der Verkaufsdruck vorerst nachzulassen. Bislang belaufen sich die Abflüsse in diesem Monat auf etwa 46 Millionen US-Dollar.

Die Zahlen fallen auf, weil die Abflüsse aus GLD sogar höher sind als jene der US-amerikanischen Spot-ETFs auf Bitcoin (BTC). Seit ihrem Hoch im Oktober verzeichneten diese Fonds zusammen Abflüsse von rund 9,6 Milliarden US-Dollar.
Die Abflüsse bedeuten nicht automatisch, dass sich Anleger massenhaft von Gold verabschieden. Analysten verweisen darauf, dass viel Kapital in günstigere Gold-ETFs umgeschichtet wird.
GLD erhebt eine jährliche Verwaltungsgebühr von 0,40 Prozent. Da der Goldpreis um die Marke von 4.000 US-Dollar je Unze schwankt, fallen diese Kosten für große Investoren erheblich ins Gewicht. Wettbewerber wie GLDM und IAU bieten ein vergleichbares Goldengagement zu niedrigeren Kosten und gewinnen dadurch an Marktanteilen.
Trotz der Abflüsse bleibt GLD mit einem verwalteten Vermögen von rund 177 Milliarden US-Dollar mit Abstand der größte Gold-ETF der Welt.
Die zentrale Frage ist nun, ob die Abflüsse auf ein nachlassendes Interesse an Gold hindeuten oder lediglich eine Verschiebung innerhalb des ETF-Marktes darstellen. Anleger blicken dabei vor allem auf die Zinspolitik der US-amerikanischen Federal Reserve. Mögliche Zinssenkungen könnten Gold wieder attraktiver machen.
Auch die Entwicklung bei großen Zentralbanken wie der People’s Bank of China und der Reserve Bank of India bleibt wichtig. Zusätzliche Goldkäufe oder Änderungen in ihrer Reservepolitik könnten die Stimmung rund um das Edelmetall erneut beeinflussen.
Vorerst scheint der Rekordabfluss daher vor allem Ausdruck der Suche nach niedrigeren Kosten zu sein. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Anleger tatsächlich an Vertrauen in Gold als sicheren Hafen verlieren.
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