Das Sentiment an der Wall Street trübt sich zusehends ein. Verschiedene Indikatoren zeigen, dass sich Anleger verstärkt gegen weitere Kursrückgänge absichern. Die Angst an den Aktienmärkten ist so groß, dass immer mehr Akteure auf Cash, Put-Optionen und Short-Positionen anstatt auf neue Käufe setzen.

Das sagt viel über die Stimmung unter den Investoren aus: Das Vertrauen ist fragil und der Bedarf an Absicherung wächst.

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Angst steigt rasch

Eines der deutlichsten Signale kommt vom bekannten Fear & Greed Index für den Aktienmarkt. Dieser ist auf einen extrem niedrigen Wert von 9 gefallen, den niedrigsten Stand seit November. Solch ein Wert deutet auf tiefe Nervosität und einen Markt hin, der sich vor allem auf Schadensbegrenzung konzentriert.

Doch es bleibt nicht nur beim Sentiment. Auch die Positionierung der Anleger zeigt, dass die Stimmung an der Wall Street zunehmend pessimistischer wird.

Anleger setzen massiv auf weitere Rückgänge

Die Daten zeigen auf mehreren Ebenen dieselbe Bewegung:

  • Short-Interest in Aktien steigt stark: Die mediane Short-Position in Russell 3000-Aktien hat das höchste Niveau seit 15 Jahren erreicht. Das bedeutet, dass immer mehr Anleger aktiv auf Kursrückgänge spekulieren.
  • Put-Optionen auf den S&P 500 werden massenhaft gekauft: Das Volumen in Put-Optionen auf den SPY ETF stieg auf einen der höchsten Werte der letzten Zeit. Dies ist ein klassisches Zeichen dafür, dass sich Anleger gegen einen weiteren Marktrückgang absichern.
  • Auch bei ETFs verschiebt sich der Handel in Richtung bärischer Positionen: Das Verhältnis zwischen gehebelten Long- und Short-ETFs ist stark gesunken. Der Handel mit bärischen ETFs nähert sich nun dem mit bullischen ETFs an, was üblicherweise nur in stressreichen Zeiten geschieht.
  • Der Energiesektor wird besonders stark geshortet: Das Short-Interest im großen Energie-ETF XLE hat das höchste Niveau seit der Finanzkrise 2008 erreicht.

Warum Cash wieder beliebt ist

Wenn so viele Signale gleichzeitig negativ werden, reduzieren Anleger in der Regel ihr Risiko. Dies geschieht nicht nur durch Shorts und Optionen, sondern auch einfach durch das Halten von mehr Cash.

Die Logik dahinter ist einfach:

  • Cash fällt nicht mit dem Markt
  • Cash bietet Flexibilität, wenn die Märkte weiter sinken
  • Cash ermöglicht es, später günstiger wieder einzusteigen
  • Daher sieht man in solchen Phasen oft, dass Geld an der Seitenlinie geparkt wird.

Drehung immer im Blick

Gerade weil das Sentiment momentan so einseitig negativ ist, stellt sich eine interessante Gegenfrage. Wenn fast alle bereits bärisch sind, wer soll dann noch verkaufen?

Historisch gesehen können solch extreme Werte die Grundlage für eine scharfe Erholung in die entgegengesetzte Richtung bilden. Ob das diesmal jedoch geschieht, hängt stark von der Entwicklung des Iran-Konflikts und dem breiteren makroökonomischen Druck ab.

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