Der Bitcoin (BTC)-Kurs ist gestern weiter gesunken und liegt mittlerweile bei rund 82.600 Dollar. Damit vergrößert sich der Abstand zur 90.000-Dollar-Marke, und die Unsicherheit unter den Anlegern wächst. Während Gold und Silber in den vergangenen Tagen neue Höchststände erreichten, blieb Bitcoin zurück.

Laut einem Analysten ist diese schwache Phase kein Zufall und eine große Partei hält den Kurs bewusst in Schach.

Analyst sieht mehr als nur Marktunruhe

Bitcoin fiel in der Nacht auf ein Tief von 81.300 Dollar nach einem unruhigen Börsentag. Schlechte Reaktionen auf neue Zahlen von Microsoft führten zu Nervosität an der Wall Street. Technologiewerte gerieten unter Druck und der Nasdaq schloss im Minus.

Anleger suchten verstärkt nach Sicherheit, was auch Bitcoin nach unten zog. Der Kurs fiel in Richtung 81.000 Dollar, und selbst Gold und Silber mussten vorübergehend Federn lassen.

Keith Alan, Mitbegründer des Analyseplattform Material Indicators, blickt jedoch über das allgemeine Marktsentiment hinaus. Seiner Meinung nach erklärt die Unruhe an der Börse nicht vollständig, warum Bitcoin sich schwer tut, sich zu erholen. Auf Basis von Orderbuchdaten großer Börsen beobachtet er auffälliges Handelsverhalten. In einem Beitrag auf X erklärt Alan, dass ein großer Akteur mit massiven Orders den Kurs bewusst kontrolliert.

Alan zufolge wird eine sogenannte „liquidity herding“-Strategie angewandt. Dabei werden große Kauf- und Verkaufsorders platziert, um den Kurs in eine bestimmte Richtung zu lenken. „Die Daten zeigen, dass der Bitcoin-Kurs aktiv von einer Entität unterdrückt wird“, schreibt er. Das könnte laut ihm geschehen, um selbst günstiger Bitcoin zu erwerben oder um den Kurs bis zum Ablauf von Optionen später in dieser Woche niedrig zu halten.

Monatsabschluss wird entscheidender Moment

In den Orderbüchern sah Alan zuvor großes Kaufinteresse zwischen 85.000 und 87.500 Dollar. Dieser Bereich fungierte damals als wichtige Unterstützung und gab dem Markt Stabilität. Da der Bitcoin-Kurs nun auf etwa 82.600 Dollar gefallen ist, wurde diese Unterstützung durchbrochen. Laut Alan macht dies den Markt anfälliger und es wird entscheidend sein, ob Käufer auf niedrigeren Niveaus erneut aktiv werden.

Deshalb betont Alan die Bedeutung des Monatsabschlusses. Sollte Bitcoin unter 87.500 Dollar schließen, sieht er dies als negatives Signal für die kommende Zeit an. Er nennt dieses Niveau das „Tor zu Bearadise“, womit er auf eine mögliche länger andauernde Baisse anspielt.

Einige Analysten blicken inzwischen weiter voraus und verwenden technische Modelle wie die Wyckoff-Methode. Diese legt nahe, dass Bitcoin möglicherweise erst einen letzten Rückgang auf 80.000 Dollar erleidet, bevor eine Erholung folgen könnte. Ob dieses Szenario eintritt, bleibt ungewiss.

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