Der Bitcoin-Kurs hat am Freitag erneut deutlich zugelegt und notiert rund 73.800 $. In den vergangenen 24 Stunden kam fast 5 % hinzu. Doch das größere Bild ist noch bemerkenswerter: Seit dem Ausbruch des Krieges mit Iran vor zwei Wochen steht Bitcoin etwa 11 % höher, während Aktien und Gold an Boden verloren haben.
Sinkende Ölpreise entlasten die Märkte
Der unmittelbare Auslöser für den Anstieg ist der nachlassende Druck auf den Ölmarkt. Der amerikanische Ölpreis WTI fiel am Freitag auf 94,50 $ pro Barrel, nachdem er Anfang der Woche noch die 98 $-Marke erreicht hatte. Brent-Öl sank von über 100 $ auf etwa 98 $.
Der Rückgang erfolgte, nachdem die US-Regierung mehrere Schritte ankündigte, um die Energiepreise zu senken, darunter die Freigabe von Öl aus strategischen Reserven und das zeitweise Erlauben von Käufen russischen Öls. Das gab den Anlegern neues Vertrauen, wodurch auch die Aktienmärkte am Freitag leicht zulegten.
Short-Positionen erhöhen Druck auf Bitcoin-Markt
Ein weiterer Faktor, der den Anstieg des Bitcoin-Kurses verstärkt, ist das auffällig hohe Volumen an Short-Positionen in den vergangenen Wochen. Viele Händler setzten auf einen Kursverfall von Bitcoin, indem sie Bitcoin verkauften, die sie nicht besaßen, in der Hoffnung, sie später günstiger zurückzukaufen.
Da der Kurs nun steigt, geraten viele dieser Händler unter Druck. Um größere Verluste zu vermeiden, müssen sie ihre Positionen schließen, indem sie Bitcoin zurückkaufen. Das sorgt für zusätzlichen Kaufdruck auf dem Markt.
Dieses Phänomen ist als Short Squeeze bekannt. Wenn viele Short-Positionen gleichzeitig geschlossen werden, kann der Kurs schneller ansteigen. Gleichzeitig steigt auch die Aktivität auf dem Derivatemarkt. Die Anzahl der offenen Bitcoin-Futures-Kontrakte stieg in den letzten 24 Stunden um neun Prozent auf etwa 700.000 BTC, das höchste Niveau seit Anfang Februar.
Inflation bleibt ein Sorge
Trotz des positiven Momentums für Bitcoin bleibt die allgemeine wirtschaftliche Lage unsicher. Die heute veröffentlichten PCE-Inflationsdaten zeigen, dass die Preissteigerungen hartnäckig hoch bleiben. Die Kerninflation lag bei 3,1 % im Jahresvergleich, deutlich über dem von der Federal Reserve angestrebten Ziel von 2 %.
Das erschwert es der Fed, die Zinsen zu senken. Anleger rechnen mittlerweile nur noch mit einer Zinssenkung in diesem Jahr, frühestens im Dezember. Höhere Zinsen sind normalerweise ungünstig für risikoreiche Anlagen wie Krypto, doch Bitcoin zeigt sich davon bisher unbeeindruckt.
März könnte Wendepunkt markieren
Bitcoin hat diesen Monat etwa 8 % zugelegt. Sollte dieser Gewinn Bestand haben, wäre März der erste positive Monat nach fünf aufeinanderfolgenden Verlustmonaten. Für viele Anleger wäre dies ein wichtiges Signal, dass sich das Blatt wendet.
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