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Der AEX-Index an der Amsterdamer Börse eröffnete heute leicht im Minus, doch AkzoNobel erleidet einen herben Rückschlag. Der Aktienkurs des Lackherstellers stürzte um über 21 Prozent ab, nachdem das japanisch-amerikanische Duo Nippon Paint und Sherwin-Williams sich zurückzog und die Hoffnung auf einen Übernahmekampf zerschlug.

Übernahmeversuch gescheitert, Kurs bricht ein

AkzoNobel (Ticker: AKZA) war mit Abstand der größte Verlierer im AEX, dem Index der größten Unternehmen an der Amsterdamer Börse. Der Handel mit der Aktie begann sogar 15 Minuten später als üblich wegen der Nachrichtenlage.

In Amsterdam gibt es im Gegensatz zu den USA keinen vorbörslichen Handel. Die Börse eröffnet mit einer Auktion, in der alle Aufträge gesammelt werden, ohne dass gehandelt wird. Bei einer solchen Verkaufswelle verlängert Euronext diese Phase, um einen fairen Eröffnungskurs zu ermitteln.

Der gesamte Kurseinbruch fand also direkt bei der ersten Notierung statt, mit einem Minus von über 21 Prozent. Das erklärt auch die große Lücke, die in der untenstehenden Grafik zu sehen ist.

Der Zusammenbruch kam, nachdem Nippon Paint und Sherwin-Williams in einer kurzen Pressemitteilung bekannt gaben, ihre Jagd auf AkzoNobel einzustellen.

Nach der Eröffnung erholte sich der Kurs leicht auf fast 54 Euro, was immer noch ein Verlust von fast 19 Prozent bedeutet.

Der Tageschart von AKZA. – Quelle: TradingView

AkzoNobel ist ein alter Bekannter. Das Amsterdamer Unternehmen stellt Lacke und Beschichtungen her und gehört weltweit zu den Größten, hinter den Amerikanern Sherwin-Williams und PPG.

Es entstand 1994 aus der Fusion des niederländischen Akzo und des schwedischen Nobel Industries. Akzo selbst war 1969 durch den Zusammenschluss zweier niederländischer Giganten entstanden.

Die Geschichte reicht noch weiter zurück, bis zum Lackhersteller Sikkens aus dem Jahr 1792. Heute stehen Marken wie Sikkens, Flexa und Dulux in den Regalen.

Angebot war zu niedrig

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass AkzoNobel ein Übernahmeangebot in Höhe von 12,5 Milliarden Euro abgelehnt hatte. Die Bieter wollten 73 Euro pro Aktie in bar bezahlen, 39 Prozent mehr als der Schlusskurs des Vortages.

Laut AkzoNobel war das viel zu wenig. „Das indikative Angebot lag bei weitem nicht in der Nähe einer angemessenen Bewertung von AkzoNobel und seiner langfristigen Perspektiven“, erklärte das Unternehmen.

Anleger witterten hingegen einen Bieterkampf und trieben den Kurs vergangene Woche um fast 20 Prozent in die Höhe. Diese Übernahmeprämie, der zusätzliche Kursgewinn durch die Hoffnung auf ein höheres Angebot, hat sich nun in Luft aufgelöst.

Weg frei für Axalta

AkzoNobel hatte bereits eine Fusion mit Axalta vereinbart. Dieses US-Unternehmen stellt Beschichtungen her: Schutzlacke für unter anderem Autos, Schiffe und Maschinen.

Laut diesen Vereinbarungen darf man davon nur absehen, wenn ein eindeutig besseres Angebot auf dem Tisch liegt, ein sogenanntes „superiores Angebot“.

Das Angebot von Nippon und Sherwin war laut AkzoNobel keines. Die Axalta-Fusion blieb daher unberührt. Aktionäre von AkzoNobel und Axalta stimmen später in diesem Jahr darüber ab.

Gelingt die Fusion, erhalten die AkzoNobel-Aktionäre 55 Prozent des neuen Konzerns, die Axalta-Seite die restlichen 45 Prozent. Zusammen sind sie etwa 25 Milliarden Dollar wert.

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