Es war kurz nach der Finanzkrise, im Jahr 2009, dass das Bitcoin (BTC) Netzwerk live ging. In jenen frühen Tagen hatte fast niemand auf der Welt eine Ahnung, was die digitale Währung genau bedeutete. Der Token war damals auch extrem billig. John Galt war jedoch einer der frühen Pioniere. Er entschied sich damals, Bitcoin buchstäblich greifbar zu machen, und das bringt ihm jetzt Millionen ein.
Galt beansprucht uralte Bitcoins
Im Jahr 2012 kaufte Galt einen sogenannten Casascius-Barren. Dies ist ein physischer Barren, in dem 100 Bitcoins gespeichert waren. Der Kauf kostete ihn damals nur 500 Dollar. Dreizehn Jahre später entschied sich Galt, die Münzen einzulösen, wie er mitteilte auf dem BitcoinTalk-Forum.
Durch den enormen Kursanstieg der größten Kryptowährung sind die Tokens mittlerweile über 11,8 Millionen Dollar wert (umgerechnet sind das etwas mehr als 10 Millionen Euro). Damit erzielte Galt eine unglaubliche Rendite von fast 236.000 Prozent.
Die Casascius-Barren wurden zwischen 2011 und 2013 von Mike Caldwell hergestellt. In der Kryptogemeinschaft war er damals unter seinem Pseudonym ‘Casascius’ bekannt. Seine physischen Bitcoin-Produkte bestanden aus Münzen und Barren. Die Münzen waren dicke, runde Scheiben mit dem Bitcoin-Logo, während die Barren stark an traditionelle Goldbarren erinnerten.
Was sie besonders machte, ist, dass in jedem Exemplar ein verborgener kryptografischer Schlüssel eingearbeitet ist. Dadurch hatte der Besitzer Zugang zu den 100 BTC auf der Blockchain.
Dreizehn Jahre lang waren die Tokens von Galt eingeschlossen. Erst im Mai entschied er sich, die Bitcoin einzulösen, indem er den private key seines Barrens freilegte. Obwohl er schon jahrelang auf einem enormen Gewinn saß, gab er an, lange Zeit gezögert zu haben, was zu tun sei. Versuche, den Barren zu verkaufen, scheiterten oft: „Man kann etwas so Wertvolles nicht einfach jedem anvertrauen,“ so Galt.
Eine aussterbende Art
Die Geschichte von John Galt ist selten. Wir sehen nicht oft, dass solch lange aufbewahrte Tokens noch einen Besitzer haben. Die HODL-Grafik ist eine schöne Visualisierung, die zeigt, wie lange Tokens unberührt geblieben sind. Was wir sehen, ist, dass etwas mehr als 8 Prozent der Münzen mittlerweile 10 Jahre oder älter sind. Das entspricht etwa 1,6 Millionen BTC.
Das klingt nach viel, aber dennoch sehen wir selten, dass diese prähistorischen Tokens noch zum Leben erwachen. Viele frühe Investoren haben ihre BTC wahrscheinlich schon vor Jahren verkauft. Das ist natürlich völlig logisch angesichts des astronomischen Anstiegs, den die Bitcoin koers gemacht hat.
Ein großer Teil der Münzen, die schon lange nicht bewegt wurden, sind möglicherweise einfach verloren gegangen. Gerade in den Anfangsjahren passierte das regelmäßig. Bitcoin war damals zeitweise fast wertlos, und viele Nutzer gingen nachlässig mit ihren Wallets um. Das hat dazu geführt, dass große Mengen an BTC verschwunden sind, die wahrscheinlich nie wieder gefunden werden.
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