Große und alte Bitcoin-Besitzer, sogenannte „OG Whales“, haben diesen Monat Bitcoin im Wert von etwa 286 Millionen Dollar verkauft, wie Onchain-Daten zeigen. Trotz dieser Verkaufswelle bleibt der Markt bemerkenswert widerstandsfähig und mehrere Indikatoren deuten weiterhin auf einen möglichen Anstieg in Richtung eines Bitcoin-Kurses von 100.000 Dollar hin.
Laut Daten von Capriole Investments handelt es sich um Bitcoin, die seit über sieben Jahren nicht bewegt wurden. Die Aktivitätsspitze war die größte seit Anfang November letzten Jahres, als vergleichbare Verkäufe mit einer temporären Kurskorrektur zusammenfielen.

Keine Panik, sondern Gewinnmitnahmen
Solche Bewegungen sorgen oft für Unruhe, da sie auf Verkaufswellen durch Langzeitinvestoren hindeuten können. In diesem Fall scheint es jedoch vor allem um kontrollierte Gewinnmitnahmen zu gehen. Analysten sehen keine Anzeichen für Panikverkäufe.
Hinzu kommt, dass der Markt den zusätzlichen Verkaufsdruck relativ gut abzufedern scheint. Aus Daten von Glassnode geht hervor, dass der Verkauf durch Langzeitinhaber deutlich nachgelassen hat. Der Abfluss alter Coins geht von zuvor außergewöhnlich hohen Niveaus zurück, was darauf hindeutet, dass ein Großteil des potenziellen Angebots inzwischen verarbeitet ist.
Neue Käufer bleiben aktiv
Gleichzeitig bleiben sogenannte Akkumulator-Adressen, Wallets, die strukturell Bitcoin zukaufen, ohne zu verkaufen, aktiv. Laut Daten von CryptoQuant haben diese Adressen in den ersten Wochen des Jahres fast 136.000 Bitcoin hinzugefügt. Das deutet auf eine anhaltende Nachfrage hin, trotz der höheren Kursniveaus.

Auch Marktanalysten sehen mehrere Signale, die auf eine abnehmende Verkaufsdruck hindeuten. In einer kürzlichen Analyse von Cointelegraph wird von einem Markt gesprochen, der zunehmend in der Lage ist, Angebotsschocks zu absorbieren.
Technisches Bild verbessert sich
Aus technischer Sicht wirkt das Bild ebenfalls konstruktiv. Der fünf-Tages-MACD-Indikator, ein vielgenutztes Maß für das Momentum des Kurses, hat sich kürzlich positiv entwickelt. Eine ähnliche Situation trat in der Nähe des Tiefpunkts des Bärenmarktes 2022 auf und ging damals einer starken Kurssteigerung voraus.
Zugleich warnen Händler vor kurzfristigen Schwankungen. Historisch gesehen fällt der Bitcoin-Kurs in vielen Monaten um einige Prozent unter wichtige Wochenniveaus, was zu einem vorübergehenden Rückgang in den Bereich zwischen 86.000 und 89.000 Dollar führen kann.
Blick auf 100.000 Dollar
Solange die Nachfrage anhält und der Markt die Verkäufe durch alte Besitzer weiterhin auffängt, bleibt ein Test der psychologischen Grenze von 100.000 Dollar möglich. Ein kurzer Rückgang kann dabei sogar notwendig sein, um neue Käufer anzuziehen.
Gelingt es Bitcoin, sich von niedrigeren Niveaus schnell zu erholen, liegt ein neuer Angriff auf Rekordhöhen in Reichweite. Bleibt dieser Support aus, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine tiefere Korrektur im Laufe des Jahres.
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