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CleanSpark hat sich einen Mietvertrag gesichert, dessen Volumen den gesamten Börsenwert des Unternehmens übersteigt. Der Bitcoin-Miner stellt einem nicht namentlich genannten Technologiekonzern für 20 Jahre Stromkapazitäten zur Verfügung. Die Aktie zog daraufhin deutlich an. Bitcoin (BTC) spielt in der Geschichte fast nur noch eine Nebenrolle.

Mietvertrag übersteigt den eigenen Börsenwert

CleanSpark vermietet seinen Campus in Sandersville im US-Bundesstaat Georgia für 20 Jahre an den anonymen Mieter. Daraus ergeben sich vertraglich gesicherte Erlöse von rund 6,6 Milliarden Dollar. Mit zwei Verlängerungsoptionen von jeweils fünf Jahren steigt das Volumen auf 11,6 Milliarden Dollar.

An der Börse ist der Miner derzeit etwa 3,2 Milliarden Dollar wert. Der Vertrag ist damit mehr als doppelt so groß wie das Unternehmen, das ihn abgeschlossen hat.

Auf dem Campus in Sandersville werden seit 2022 Bitcoin geschürft. Dort laufen Maschinen mit einer Leistung von rund 250 Megawatt. Attraktiv ist der Standort vor allem wegen seines Netzanschlusses: günstiger Strom in großen Mengen.

Genau diese Stromkapazität soll nun einem anderen Kunden dienen. Auf zusätzlichen 122 Acres baut CleanSpark ein Rechenzentrum, in dem der Mieter eigene Rechner mit 175 Megawatt betreiben kann.

Das Mining läuft parallel weiter. Eine Maschinenhalle liefert Bitcoin, die andere künftig Mieteinnahmen.

Die an der Nasdaq notierte CLSK-Aktie schloss am Dienstag 8,82 Prozent höher bei 13,45 Dollar. Im Tagesverlauf fiel das Plus zeitweise noch deutlich größer aus.

De 15 minuten grafiek van het CLSK-aandeel met de grote stijging en de daaropvolgende daling
Gestern im vorbörslichen Handel legte der Kurs kräftig zu, danach fiel er wieder zurück. – Quelle: TradingView

Wer der Mieter ist, hält CleanSpark unter Verschluss. Bekannt ist nur, dass es sich um ein globales Technologieunternehmen mit hoher Bonität handelt. Diese Einstufung ist wichtig: Sie erleichtert CleanSpark den Zugang zu Finanzierungen.

Der Vertrag ist als Triple-Net-Lease strukturiert. Der Mieter trägt dabei auch Steuern, Versicherung und Instandhaltung. Dadurch bleiben von den Mieteinnahmen nur geringe Kosten hängen. CleanSpark rechnet mit einem operativen Nettogewinn von rund 330 Millionen Dollar pro Jahr.

Warum Miner auf KI setzen

Miner besitzen genau das, was die KI-Branche kaum kurzfristig kaufen kann: Grundstücke mit leistungsfähigem Stromanschluss. Für einen neuen Anschluss ans US-Stromnetz müssen Unternehmen häufig fünf bis sieben Jahre warten. Wer ihn bereits hat, verschafft einem Technologiekonzern mehrere Jahre Vorsprung. Das ist mehr wert als die Bitcoin-Erträge, die dort derzeit entstehen.

CleanSpark hat Stromkapazitäten von 1,8 Gigawatt unter Vertrag. Die 175 Megawatt aus diesem Deal entsprechen nicht einmal zehn Prozent dieses Portfolios.

Eine Mining-Halle ist allerdings noch kein Rechenzentrum. Miner betreiben ihre Anlagen oft in einfachen Hallen, bei denen gelegentliche Ausfälle tolerierbar sind. Ein KI-Mieter verlangt nahezu vollständige Verfügbarkeit, Flüssigkeitskühlung, Glasfaseranschlüsse und eine redundante Stromversorgung.

Der Unterschied zeigt sich bei den Baukosten. CleanSpark kalkuliert mit 10 bis 12 Millionen Dollar je Megawatt. Allein für Sandersville entspricht das 1,75 bis 2,1 Milliarden Dollar, also mehr als der Hälfte des Börsenwerts.

Hinzu kommt eine weitere Hürde: die Bonität. Miner verfügen selbst meist nicht über ein Investment-Grade-Rating. Mieter verlangen daher häufig Garantien einer größeren Partei. Bei TeraWulf garantiert Google die Miete des KI-Unternehmens Fluidstack.

Und dann ist da der eigentliche Tausch. Mining-Einnahmen schwanken mit dem Bitcoin-Kurs und der Schwierigkeit im Netzwerk. Ein Mietvertrag zahlt dagegen 20 Jahre lang weiter. Erst vergangene Woche meldete CleanSpark, dass die Bitcoin-Produktion im Juni um 10 Prozent auf 614 Coins gesunken ist.

CleanSpark sieht Vorteil im späten Einstieg

CleanSpark kommt spät. Der Vorstandschef wertet genau das als Vorteil.

CleanSpark setze in diesem Markt seit Langem auf den Vorteil eines späteren Einstiegs: Erst solle das Standortportfolio aufgebaut werden, während der Markt reifer werde, anschließend gehe es um Umsetzung zu attraktiven Konditionen und mit hohem Tempo, sagte Matt Schultz, Verwaltungsratschef und CEO von CleanSpark.

Core Scientific war der erste Miner mit einem großen Vertrag mit dem KI-Cloudanbieter CoreWeave und hat inzwischen rund 10 Milliarden Dollar vertraglich gesichert. IREN unterzeichnete im November einen Vertrag über 9,7 Milliarden Dollar mit Microsoft, einschließlich 76.000 Nvidia-Chips.

TeraWulf kommt auf 12,8 Milliarden Dollar und erzielte im ersten Quartal erstmals mehr Umsatz mit KI als mit Mining. Hut 8 sicherte sich 9,8 Milliarden Dollar für ein 352-Megawatt-Gelände in Texas.

Riot Platforms hält sich dagegen zurück. Der größte vergleichbare Vertrag des Unternehmens mit dem Chiphersteller AMD hat über zehn Jahre ein Volumen von 636 Millionen Dollar. Das ist nur ein Bruchteil dessen, was CleanSpark nun einnimmt.

Nach Einschätzung des Analysehauses CoinShares könnten börsennotierte Miner Ende dieses Jahres bis zu 70 Prozent ihres Umsatzes mit KI erzielen. Zu Jahresbeginn lag der Anteil noch bei rund 30 Prozent.

Die Kosten fallen allerdings zuerst an. CleanSpark muss Milliarden aufnehmen, bevor im vierten Quartal 2027 der erste Dollar an Miete fließt. Eine Verwässerung der Aktie droht.

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