Die KI-Revolution schreitet voran, und einige Experten prognostizieren, dass Büros bald durch den Einsatz von KI-Agenten geleert werden. Doch laut amerikanischen Tech-Investoren hat dies seinen Preis, was die Frage aufwirft, ob künstliche Intelligenz tatsächlich Arbeitnehmer ersetzen kann.
KI-Agent kostet mehr als ein Jahresgehalt
Jason Calacanis, vor allem bekannt als Frühinvestor in Uber, berichtete im All-in-Podcast, dass er 300 Dollar pro Tag für einen KI-Agenten von Anthropic basierend auf dem Claude-Modell bezahlt. Umgerechnet sind das über 100.000 Euro pro Jahr.
„Wann übersteigen Tokens das Gehalt eines Arbeitnehmers?“, fragte er sich. Tokens sind die Recheneinheiten, die zur Nutzung von KI-Modellen erforderlich sind. Je mehr Aufgaben, desto höher die Kosten.
Auch der CEO von Social Capital, Chamath Palihapitiya, steht vor demselben Problem. Seiner Meinung nach müssen KI-Agenten „mindestens doppelt so produktiv sein wie ein anderer Mitarbeiter.“ Andernfalls wäre die Investition nicht rentabel. Er erwägt sogar ein festes KI-Budget für seine Unternehmen.
Investor Mark Cuban, der in den 90er Jahren durch den Verkauf von Broadcast an Yahoo reich wurde, nennt die Kostenfrage das stärkste Argument gegen die Vorstellung, dass KI massenhaft Arbeitsplätze übernimmt. Laut ihm könnten die Kosten mit acht Claude-Agenten schnell auf 1.200 Dollar pro Tag steigen, um die Arbeit eines einzigen Mitarbeiters zu erledigen.
Er stellt auch nicht messbare Faktoren infrage. „Qualitative Aspekte wie Moral, Ethik […] die nicht quantifizierbar sind, müssen ebenfalls berücksichtigt werden.“ Mit anderen Worten: Produktivität ist nicht das ganze Bild.
Trotzdem bleiben die Bedenken über den Verlust von Arbeitsplätzen bestehen. Eine Studie von Microsoft aus Juli nennt insbesondere Wissensberufe, Kundenservice und Vertrieb als anfällig für Automatisierung.
Gleichzeitig betonen andere, wie der KI-Berater des Weißen Hauses, David Sacks, dass KI nach wie vor menschliche Steuerung und Kontrolle benötigt, um echten Unternehmenswert zu liefern.
Krypto als Treibstoff für KI-Agenten
Bemerkenswert ist, dass KI-Agenten gerade im Kryptobereich an Bedeutung gewinnen. Circle-CEO Jeremy Allaire prognostizierte kürzlich, dass in fünf Jahren Milliarden von KI-Agenten Stablecoins für tägliche Zahlungen nutzen werden. Stablecoins sind Kryptowährungen, die entworfen wurden, um einen stabilen Wert zu behalten, oft gekoppelt an Fiatwährungen wie den Dollar oder Euro.
Auch Binance-Gründer Changpeng Zhao sieht Krypto als die natürliche Zahlungsschicht für KI. Seiner Meinung nach ist die Blockchain, ein dezentrales, digitales Hauptbuch, in dem Transaktionen verzeichnet werden, die „natürlichste technologische Schnittstelle für KI-Agenten.“
KI-Agenten laufen mittlerweile bereits auf Blockchains wie Ethereums Skalierungsnetzwerk Base. Dort führen sie Mikrozahlungen aus oder verwalten selbstständig digitale Vermögenswerte. Die Kryptobörse Coinbase, die Base entwickelt hat, präsentierte kürzlich auch KI-Wallets, die eigenständig Krypto verwalten.
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