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Aave (AAVE) hat sein neues Kreditprotokoll Aave V4 auf dem Blockchain-Netzwerk Avalanche (AVAX) eingeführt. Es ist der erste Rollout der neuen Version außerhalb von Ethereum (ETH). Damit macht die größte DeFi-Plattform einen wichtigen Schritt in Richtung eines Marktes, in dem tokenisierte Finanzprodukte wie Staatsanleihen und Geldmarktfonds als Sicherheiten genutzt werden können.
Die Einführung fällt in eine Phase, in der Banken und große Vermögensverwalter Milliarden in die Tokenisierung investieren, also in die Abbildung traditioneller Anlageprodukte als digitale Token auf der Blockchain. Dadurch rücken die klassische Finanzbranche und DeFi immer enger zusammen.
Mit der Einführung von Aave V4 auf Avalanche setzt das Protokoll auf eine neue Hub-and-Spoke-Architektur. Mehrere spezialisierte Kreditmärkte können dabei parallel betrieben werden, jeweils mit eigenen Regeln für Sicherheiten und Risikomanagement.
Gleichzeitig greifen alle Märkte auf dieselbe gemeinsame Liquidität innerhalb des Protokolls zu. Neue Kreditmärkte müssen daher nicht zunächst selbst ausreichend Kapital anziehen, bevor sie operativ nutzbar sind.
Nach Angaben von Aave wird eine der ersten Anwendungen auf Avalanche Kredite unterstützen, bei denen tokenisierte Real-World Assets (RWA) als Sicherheiten verwendet werden. Gemeint sind digitale Abbilder traditioneller Finanzwerte wie Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder Immobilien. Damit greift das Protokoll einen der am schnellsten wachsenden Trends im Kryptosektor auf.
Aave V4 ist darauf ausgelegt, deutlich mehr Anlageklassen zu unterstützen als frühere Versionen. Künftig könnten damit auch tokenisierte Varianten traditioneller Finanzprodukte als Kreditsicherheiten eingesetzt werden.
Aave nennt unter anderem US-Staatsanleihen, Geldmarktfonds, private Kredite und Unternehmensanleihen. Für jede Anlageklasse lassen sich eigene Anforderungen an Sicherheiten und Risikoparameter festlegen. So können die Kreditbedingungen genauer auf das Risiko der jeweiligen Sicherheit abgestimmt werden.
Nach Daten von DeFiLlama verwaltet Aave derzeit Vermögenswerte von knapp 14 Milliarden Dollar, verteilt auf 23 verschiedene Blockchains. Damit bleibt die Plattform das größte dezentrale Kreditprotokoll der Branche.
Die Ausweitung von Aave fügt sich in eine breitere Entwicklung an den Finanzmärkten ein. Immer mehr große Finanzinstitute arbeiten an Systemen, mit denen tokenisierte Vermögenswerte künftig in großem Umfang genutzt werden können.
So kündigte Franklin Templeton Anfang des Jahres eine Zusammenarbeit mit Binance an. Institutionelle Anleger können dadurch tokenisierte Anteile an Geldmarktfonds als Sicherheiten einsetzen, während die zugrunde liegenden Anlagen in regulierter Verwahrung bleiben.
Auch Nasdaq arbeitet an diesem Bereich. Der Börsenbetreiber verknüpft seine Plattform für Sicherheitenmanagement mit der Infrastruktur für digitale Vermögenswerte von Talos. Dadurch sollen Prozesse wie Risikomanagement, Sicherheitenverwaltung und Handelsaktivitäten effizienter werden.
Darüber hinaus teilte der Marktinfrastrukturanbieter DTCC mit, Technologie von Chainlink (LINK) für seine Plattform für tokenisierte Sicherheiten zu nutzen. Das Unternehmen will damit eine nahezu Echtzeit-Bewertung sowie die Übertragung und Abwicklung von Sicherheiten ermöglichen, bevor der geplante Start später in diesem Jahr erfolgt.
Auch der institutionelle Kreditmarkt zieht nach. Grove gab in dieser Woche bekannt, gemeinsam mit Galaxy Digital eine Finanzierungsfazilität über 500 Millionen Dollar eingerichtet zu haben. Die Fazilität ist für institutionelle Kredite vorgesehen, die durch digitale Vermögenswerte besichert sind.
Nach Daten von RWA.xyz stehen tokenisierte reale Vermögenswerte auf öffentlichen Blockchains inzwischen für einen Wert von mehr als 34 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr lag dieser Betrag noch bei rund 12,8 Milliarden Dollar. Das starke Wachstum zeigt, warum sich sowohl DeFi-Protokolle als auch traditionelle Finanzinstitute immer stärker auf den Tokenisierungsmarkt ausrichten.
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