Am 14. April brachte der salvadorianische Präsident Nayib Bukele einen offiziellen Besuch im Weißen Haus für Gespräche mit seinem amerikanischen Amtskollegen Donald Trump. Auffällig genug wurde dabei kein einziges Wort über Bitcoin gesprochen — obwohl beide Führer als ausgesprochene Befürworter der Kryptowährung bekannt sind. Stattdessen drehte sich das Treffen vollständig um Handel und Migration.
Kein Wort über Krypto
Bukele machte El Salvador 2021 zum ersten Land der Welt, in dem Bitcoin gesetzliches Zahlungsmittel ist. Trump unterzeichnete im März dieses Jahres noch eine Verordnung zur Schaffung einer nationalen Bitcoinreserve, aufgebaut aus beschlagnahmten Kryptos von unter anderem Silk Road- und Bitfinex-Fällen. Dennoch spielte Bitcoin während dieses Besuchs keine Rolle im öffentlichen Gespräch.
Stattdessen lag der Fokus auf Migration und Sicherheit. Trump schlug sogar vor, verurteilte Amerikaner künftig nach El Salvador zu deportieren und forderte Bukele auf, dafür fünf zusätzliche Gefängnisse zu bauen. Auch Handelsangelegenheiten wurden besprochen. Trump betonte, dass seine neuen Maßnahmen amerikanischen Autoherstellern Raum geben sollen, ihre Produktion zurück ins eigene Land zu verlagern. „Sie brauchen einfach mehr Zeit,“ sagte Trump.
Internationaler Druck auf Bukeles Bitcoinpolitik
Obwohl Bukele international als Bitcoin-Förderer bekannt ist, steht seine Politik unter Beschuss. Der Internationale Währungsfonds (IMF) fordert, dass El Salvador seine Bitcoinstrategie zurückfährt im Austausch für ein Darlehen von 1,4 Milliarden Dollar. Im Januar passte das Land bereits Gesetze an, um den Bedingungen des IMF zu entsprechen, doch der tägliche Kauf von Bitcoin durch den salvadorianischen Staat geht unvermindert weiter.
Laut dem Nationalen Bitcoin Office besitzt El Salvador derzeit mehr als 6.100 BTC, mit einem Marktwert von etwa 520 Millionen Dollar. Bukeles anhaltende Investitionen in Bitcoin scheinen immer mehr ein politisches Signal an internationale Institutionen zu sein.
Bitcoin bleibt relevant — aber im Hintergrund
Obwohl beide Führer ihren Stempel auf den Vormarsch von Bitcoin gesetzt haben, scheint es, dass diplomatische Prioritäten Vorrang vor ihrer gemeinsamen Krypto-Vision hatten. Dass das Thema überhaupt nicht erwähnt wurde, zeigt, dass praktische Angelegenheiten manchmal wichtiger sind als Ideale.
Dennoch ist die Tür nicht geschlossen. Mit der amerikanischen nationalen Bitcoinreserve, die mittlerweile über 17 Milliarden Dollar wert ist, und dem wachsenden Marktwert der salvadorianischen Bestände, spielt Bitcoin im Hintergrund weiter eine Rolle. Nur nicht während dieses Besuchs.
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