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Der legendäre Investor Carl Icahn, inzwischen 89 Jahre alt, zeigt einmal mehr, dass er nie weit vom Geschehen entfernt ist. Sein privater Hedgefonds, Icahn Enterprises, hat eine auffallend große Position in einem relativ kleinen börsennotierten Unternehmen aufgebaut – und der Kurs reagierte prompt.
Aus einem neuen 13D-Dokument geht hervor, dass Icahn Enterprises eine Beteiligung von knapp 15% an Monro Inc. (MNRO) aufgebaut hat, einer US-Kette mit mehr als 1.100 Autowerkstätten und Reifenshops in 32 Bundesstaaten.
Insgesamt kaufte der Fonds 4,4 Millionen Aktien im Wert von rund 84,7 Millionen Dollar.
Nach der Bekanntgabe schoss der Kurs von Monro nach oben: von $15,05 auf einen Höchststand von $18,05 – ein Anstieg von fast 20% an einem Tag. Die Aktie notiert inzwischen bei rund $17,98, was einer bescheidenen Marktkapitalisierung von $529 Millionen entspricht.
Monro reagierte umgehend auf den plötzlichen Kapitalzufluss und führte einen Shareholder-Rights-Plan (auch als Giftpille bekannt) ein. Dieser soll verhindern, dass Icahn oder eine andere Partei die Kontrolle über das Unternehmen übernimmt, ohne alle Aktionäre fair zu entschädigen.
Der Vorstand von Monro erklärte: „Wir sind uns Icahns Investition bewusst. Unser Management bleibt darauf fokussiert, die Performance zu verbessern und günstige Branchentrends zu nutzen.“
Der Schritt des Milliardärs ist bemerkenswert, denn Icahns eigener Hedgefonds steckt in einer schwierigen Phase. Laut Institutional Investor liegt der Fonds seit sechs Jahren in Folge im Minus – vor allem wegen misslungener Short-Positionen und verlustreicher Markt-Hedges.
In einer früheren Erklärung gab Icahn an, dass seine breiten Markt-Hedges 2023 einen Verlust von $147 Millionen verursachten, während seine Positionen im Energiesektor weitere $81 Millionen ins Minus rutschten.
Dennoch lässt diese neue Position bei Monro den alten Icahn aufblitzen – den Aktivisten, der in vergessenen Ecken des Marktes nach Wert sucht und Unternehmen zu verändern versucht.
Icahn Enterprises (IEP) selbst ist in den vergangenen Jahren an der Börse deutlich gefallen. Der Kurs liegt bei rund $9,06 je Aktie – fast 94% unter dem Höchststand von $149 im Jahr 2013.
Das Konglomerat umfasst inzwischen sieben Segmente, von Energie und Automobil bis zu Immobilien, Lebensmittelverpackungen und Pharma.
Dennoch scheint der Milliardär nicht gewillt, kürzerzutreten. Sein Einstieg bei Monro könnte ein strategisches Signal sein, dass er weiterhin an ein Comeback traditioneller Sektoren glaubt – oder dass er hinter den Kulissen eine aktivere Rolle im operativen Geschäft anstrebt.
Icahn gilt als konträrer Denker: Er steigt oft ein, wenn andere die Hoffnung aufgegeben haben.
Dass er nun Dutzende Millionen in ein relativ kleines Autounternehmen steckt, deutet darauf hin, dass er dort Wert sieht, den der Markt nicht mehr erkennt – und womöglich auf Einfluss auf die Unternehmensführung abzielt.
Ob dies der Beginn eines neuen Icahn-Comebacks ist oder nur ein taktischer Zug in einem langen Kampf um Rendite, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
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