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China hat in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 mehr als 790 Tonnen Silber importiert, das höchste Niveau seit acht Jahren. Allein im Februar waren es fast 470 Tonnen, ein Rekord für diesen Monat.
Die Nachfrage nach Silber wird durch eine bemerkenswerte Kombination befeuert. Privatanleger ziehen sich aufgrund der hohen Goldpreise zurück und suchen nach einer günstigeren Alternative, während Solarmodulhersteller mit voller Kapazität produzieren und große Mengen Silber benötigen.
In Shuibei, dem Zentrum des chinesischen Edelmetallhandels in Shenzhen, ist Silber plötzlich in aller Munde. Anleger, die sich Gold nicht mehr leisten können, weichen verstärkt auf Silberbarren aus. Das Angebot in den Geschäften ist sichtbar gewachsen, von kleinen Barren mit 20 Gramm bis hin zu Kilobarren.
Laut dem Forscher Song Jiangzhen gibt es eine deutliche Verschiebung im Denken. Gold ist für viele Konsumenten unerreichbar geworden, weshalb sie nach Alternativen suchen. Silber, das bei etwa 70 Dollar pro Unze liegt, schließt diese Lücke.
Dieser Trend zeigt sich auch bei den Händlern. In Shuibei haben sich die Silberbestände in den vergangenen Monaten auf etwa 300 Tonnen verdreifacht. Gleichzeitig ist Silber für Verkäufer praktischer. Der niedrigere Preis verringert den Finanzierungsdruck und erleichtert den Handel mit großen Volumina.
Nicht nur Anleger treiben die Nachfrage in die Höhe. Auch die chinesische Solarindustrie spielt dabei eine Hauptrolle und verbraucht enorme Mengen an Silber.
Die Branche ist für etwa ein Fünftel des weltweiten Silberverbrauchs verantwortlich und stark in China konzentriert. Das macht den Einfluss auf den Markt direkt und sichtbar.
Derzeit arbeiten die Hersteller mit voller Kapazität. Der Grund ist eine bevorstehende Frist. Am 1. April läuft ein Steuervorteil für den Export aus, wodurch Produzenten ihre Produktion vorziehen. Dies führt zu einem vorübergehenden, aber kräftigen Nachfrageanstieg nach Silber.
Laut Marktexperten verstärkt sich dieser Effekt selbst. Die Nachfrage nach physischen Barren bleibt hoch, während Solarzellenhersteller auf Hochtouren laufen. Gleichzeitig sinken die Bestände auf chinesischen Handelsplattformen, was den Druck auf den Markt weiter erhöht und das Gefühl von Knappheit verstärkt.
Kurzfristig scheint der Druck etwas nachzulassen. Die Prämie auf Silber in China ist gesunken und auch die Nachfrage aus der Solarindustrie beginnt zu schwächeln, da die Frist vom 1. April näher rückt. In Shuibei liegen die Silberbarren immer noch in den Auslagen, aber die Zahl der Käufer ist im Vergleich zu vor einigen Wochen deutlich zurückgegangen.
Dennoch ist es zu früh, von einer echten Abkühlung zu sprechen. Die zugrunde liegende Dynamik ist nicht verschwunden. Ein neuer Preisanstieg könnte ausreichen, um die Nachfrage erneut anzukurbeln.
Privatanleger spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sie steigen oft erst ein, wenn die Preise steigen und Momentum sichtbar wird, was neue Rallys beschleunigen kann.
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