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Vanguard zählte jahrelang zu den größten Krypto-Skeptikern an der Wall Street. Nun zeichnet sich ein Kurswechsel ab: Der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt sucht einen eigenen Krypto-Chef, nachdem der Konzern Ende vergangenen Jahres den Markt für digitale Vermögenswerte bereits vorsichtig geöffnet hatte.
Vanguard hat auf der eigenen Website eine Stelle für einen „Head of Digital Assets“ ausgeschrieben. Die neue Führungskraft soll die gesamte Kryptostrategie des Unternehmens entwickeln.
Im Mittelpunkt stehen Tokenisierung, Stablecoins, Blockchain-Infrastruktur und Kryptoprodukte für Kunden.
Der Aufgabenbereich ist breit angelegt. Dazu gehören die Bewertung von Verwahrlösungen (Custody), die Abwicklung über Blockchain-Netzwerke sowie die Frage, ob Vanguard eigene Angebote entwickeln oder mit Partnern zusammenarbeiten sollte.
Die Position ist bei Vanguard Personal Wealth angesiedelt und in Dallas verortet. Zudem soll der neue Krypto-Chef das Unternehmen gegenüber Aufsichtsbehörden und Branchenverbänden vertreten.
Für Vanguard ist das eine bemerkenswerte Wende. Der Konzern hatte sich jahrelang geweigert, in irgendeiner Form in den Kryptomarkt einzusteigen.
Der Vermögensverwalter, der mehr als 12 Billionen Dollar verwaltet, vertrat dabei eine klare Linie. In einem Blogbeitrag vom Januar 2024 bezeichnete Vanguard-Managerin Janel Jackson Bitcoin (BTC) als „noch unausgereifte Anlageklasse“ mit kurzer Historie und ohne fundamentalen Wert.
Aus Sicht von Vanguard war Krypto eher Spekulation als eine echte Anlage. Das war der zentrale Grund, warum das Unternehmen Kryptoprodukte bislang kategorisch ablehnte.
Auch der damalige CEO Tim Buckley ließ daran keinen Zweifel. Auf die Frage, was für einen Bitcoin-ETF nötig wäre, sagte er Anfang 2024, Vanguard werde seine Haltung nur ändern, wenn sich die Anlageklasse selbst verändere.
Sein Nachfolger Salim Ramji, der im Juli 2024 von BlackRock kam, hielt zunächst an dieser Linie fest. Noch im August desselben Jahres erklärte er, Vanguard werde keine Krypto-ETFs auflegen und wolle nicht einfach bei der Konkurrenz „nachziehen“.
Doch Ende vergangenen Jahres lockerte Vanguard seine Haltung. Kunden des Hauses durften von da an in Kryptofonds anderer Anbieter handeln. Bitcoin, Ethereum (ETH), Ripple (XRP) und Solana wurden damit auf einen Schlag für sämtliche Kunden zugänglich.
Bemerkenswert ist zudem: Der skeptische Riese war zeitweise sogar der größte Aktionär von Strategy, dem Unternehmen mit dem größten Bitcoin-Bestand.
Andere große US-Vermögensverwalter sind im Kryptomarkt bereits deutlich stärker engagiert.
BlackRock betreibt mit IBIT den größten Bitcoin-ETF der Welt und bietet zudem einen eigenen Ethereum-Fonds an. Mit BUIDL verwaltet der Konzern außerdem den größten tokenisierten Geldmarktfonds, der in sichere, kurzlaufende Schuldtitel investiert.
Konzernchef Larry Fink war früher selbst ein ausgesprochener Skeptiker, räumte später aber ein, sich geirrt zu haben. Inzwischen bezeichnet er Bitcoin als „digitales Gold“ und sieht in der Tokenisierung eine der größten Chancen für BlackRock.
Fidelity bietet Fonds für Bitcoin, Ethereum und Solana an, hat ebenfalls einen eigenen Fonds tokenisiert und verfügt über einen an den Dollar gekoppelten Stablecoin.
Franklin Templeton hat mittlerweile zahlreiche Kryptofonds im Angebot und verwaltet rund 2,5 Milliarden Dollar an tokenisierten Vermögenswerten. Der Vermögensverwalter unterhält sogar eine eigene Kryptosparte. Auch kleinere Anbieter wie WisdomTree sehen Potenzial in der Branche.
Der staatliche Energieversorger ANDE rechnet in diesem Jahr mit Einnahmen von rund 350 Millionen Dollar aus dem Verkauf von Strom an Bitcoin-Miner.
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