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XRP erlebte diese Woche auf einer großen Krypto-Börse einen bemerkenswerten Sprung. Auf dem Monatschart schnellte der Coin plötzlich auf 100 Dollar, ein Kurs, der weit von seinem tatsächlichen Wert abweicht. Was steckte dahinter?
Auf der südkoreanischen Krypto-Börse Upbit tauchte kürzlich ein auffälliger Monatschart von XRP auf. Eine einzelne Tageskerze zeigte einen Anstieg auf 100 Dollar. Der Krypto-Analyst Steph is Crypto wies in einem X-Post auf diesen Ausreißer hin.
Zum Zeitpunkt des Schreibens liegt der tatsächliche Preis von XRP deutlich niedriger, bei etwa 2,07 Dollar. Ein Kurs von 100 Dollar würde somit einem Anstieg von beeindruckenden 4.830 Prozent entsprechen. Sollten tatsächlich Transaktionen zu diesem Preis durchgeführt worden sein, hätten Käufer extrem viel bezahlt. Diese Wahrscheinlichkeit scheint jedoch gering.
Obwohl der Chart auf den ersten Blick auf einen enormen Anstieg hindeutete, gibt es in Wirklichkeit wahrscheinlich keine solche Entwicklung. Experten, wie das offizielle X-Konto der Finanzplattform Incite AI, vermuten, dass der ungewöhnliche Ausschlag durch einen sogenannten „bad tick“ verursacht wurde.
Ein „bad tick“ ist eine fehlerhafte Preisanzeige im Handelssystem einer Börse. Das passiert beispielsweise, wenn durch eine technische Störung oder einen menschlichen Fehler ein unrealistischer Preis registriert wird, oft nur für einen Bruchteil einer Sekunde.
Auch ein sogenannter „thin-liquidity spike“ wird als Ursache genannt. Das bedeutet, dass es zu diesem Zeitpunkt kaum Kauf- oder Verkaufsaufträge gab, wodurch eine einzelne, abweichende Order den Kurs vorübergehend extrem in die Höhe treiben konnte.
Bei solchen „thin-liquidity spikes“ oder „bad ticks“ wird in der Regel keine tatsächliche Transaktion zu diesem extremen Preis durchgeführt.
Ein Kurs von 100 Dollar wäre für jeden XRP-Investor ein Traum. Leider ist das sehr unwahrscheinlich. Bei der aktuellen zirkulierenden Menge würde ein solcher Preis einer Gesamtmarktkapitalisierung von 6 Billionen Dollar entsprechen. Das ist fast doppelt so viel wie der Gesamtwert des weltweiten Kryptomarktes derzeit.
Trotzdem ist ein Anstieg des Coins keineswegs ausgeschlossen. Analyst Amonyx zufolge steht XRP sogar kurz vor einem großen Ausbruch. In einer technischen Analyse, die er auf X teilte, zeigt er eine mehrjährige Zyklenstruktur, in der sich XRP derzeit in „Phase 4“ befindet, einer Phase, die in früheren Zyklen stets von einem explosiven Anstieg gefolgt wurde.
Um einen Kapitalfluss in Richtung XRP zu fördern, ist auch ein günstiges makroökonomisches Umfeld erforderlich. Viele Investoren hoffen daher, dass die Zinsen in den Vereinigten Staaten bald gesenkt werden.
Die jüngsten wirtschaftlichen Daten aus den USA zeichnen ein gemischtes Bild. Einerseits fiel die Inflation moderat aus und der Arbeitsmarkt zeigte Anzeichen einer Abkühlung. Im Dezember kamen lediglich 50.000 Arbeitsplätze hinzu, während Ökonomen mit 60.000 rechneten. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen im Laufe des Jahres.
Andererseits sank die Arbeitslosigkeit leicht auf 4,4 Prozent, knapp unter den erwarteten 4,5 Prozent. Das gibt der Federal Reserve (Fed) weniger Anlass, schnell mit einer Zinssenkung zu reagieren.
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