Entwickler des XRP Ledgers haben eilig ein Notfall-Update veröffentlicht, nachdem sie einen gravierenden Fehler entdeckt hatten. Die Schwachstelle hätte Angreifern ermöglicht, Wallets zu leeren, ohne Zugriff auf die privaten Schlüssel zu haben.

Angriff hätte ganzes Ökosystem treffen können

Die Schwachstelle umging die wichtigste Sicherheitsmaßnahme der Blockchain: den privaten Schlüssel. Normalerweise kann niemand ohne diesen Schlüssel auf den Inhalt eines Wallets zugreifen. Durch den Fehler war dies vorübergehend möglich.

Das XRPL-Team veröffentlichte den Notfall-Patch Rippled 3.1.1, der den anfälligen Code blockierte. Hätten böswillige Akteure den Fehler früher entdeckt und großflächig ausgenutzt, hätte dies das Vertrauen in das gesamte Ökosystem erheblich beeinträchtigen können. Die schnelle Reaktion verhinderte ein Szenario, das sowohl technische als auch finanzielle Konsequenzen für XRP-Inhaber hätte haben können.

Ripple zieht sich als Gatekeeper zurück

Der Vorfall fällt mit einer breiteren Diskussion über die Netzwerkstruktur zusammen. Blockchain-Forscher Justin Bons warnte kürzlich vor strukturellen Risiken. Der ehemalige Ripple-CTO David Schwartz reagierte heftig und bezeichnete Vorwürfe der Zentralisierung als „objektiv unsinnig“.

Ripple kündigte inzwischen an, weniger Einfluss auf das Netzwerk ausüben zu wollen. Bisher hatte das Unternehmen als größter Finanzier und Entwickler großen Einfluss auf das XRP Ledger. Das soll sich ändern. Ripple plant, die Entwicklung und Finanzierung auf mehrere Parteien zu verteilen, sodass das Netzwerk nicht länger von einem einzigen Unternehmen abhängig ist.

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