Laut der Wall Street Journal hat der Vorstand von Tesla mit der Suche nach einem neuen CEO begonnen, um Elon Musk letztendlich zu ersetzen. Aber sowohl Tesla als auch Musk selbst bestreiten den Bericht vehement.
Verwaltungsratsvorsitzende Robyn Denholm nennt die Behauptung „vollständig unwahr“ und beschuldigt die Zeitung der irreführenden Journalismus. Auch Musk reagierte persönlich und verneinte, dass es Pläne für seinen Abgang gibt. Laut ihm ist der Artikel ein bewusster Versuch, Desinformation zu verbreiten.
Vertrauen trotz schlechter Zahlen
Die Nachricht kam zu einem heiklen Zeitpunkt. Tesla steht aufgrund enttäuschender Quartalszahlen, sinkender Verkäufe und der Aufregung um Musks Rolle beim sogenannten Department of Government Efficiency, einer Initiative der Trump-Regierung, unter Druck. Dennoch ließ Denholm über X wissen, dass der Artikel „vollständig unwahr“ sei und dass dies vor der Veröffentlichung bereits der Zeitung klar gemacht wurde. Sie nannte es „irreführenden Journalismus“.
Die Aufregung folgt kurz nach der Präsentation der Quartalszahlen, in denen Tesla einen erheblichen Gewinnrückgang meldete. Der Nettogewinn fiel um satte 71% auf 409 Millionen Dollar. Der Umsatz belief sich auf 19,34 Milliarden Dollar, deutlich unter der Analystenerwartung von 21,11 Milliarden. Insbesondere die Automobilsparte hatte zu kämpfen, mit einem Rückgang von 20% im Vergleich zum Vorjahr. Tesla führt dies auf niedrigere durchschnittliche Verkaufspreise, vorübergehende Fabrikschließungen und zusätzliche Rabatte zurück.
Die Tesla-Aktie erlitt sofort einen Einbruch von 3,38% und schloss am Mittwoch bei 282,16 Dollar. Auf der Handelsplattform Robinhood fiel die Aktie sogar noch tiefer ins Minus, bevor sie sich im Premarket wieder etwas stabilisierte.
Musk: Kein Rücktritt in Sicht
Elon Musk reagierte persönlich auf X und nannte den Artikel „einen schweren ethischen Fehltritt“ der Wall Street Journal. Er wies darauf hin, dass die Zeitung bewusst eine „falsche“ Veröffentlichung brachte, obwohl sie bereits ein eindeutiges Dementi des Vorstands erhalten hatte. Laut Musk selbst bleibt er aktiv als CEO, obwohl er während des jüngsten Earnings Call ankündigte, bald ein bis zwei Tage pro Woche seiner Arbeit für das sogenannte Department of Government Efficiency zu widmen.
Trotz der Dementis bleibt die Unruhe unter den Investoren spürbar. Die Kombination aus abnehmender Rentabilität und Musks unterschiedlichen Prioritäten wirft Fragen über Teslas langfristige Richtung auf. Auch Musks öffentliche politische Beteiligung könnte möglicherweise das Sentiment um die Aktie negativ beeinflussen.
Teslas Marktwert ist seit Jahresbeginn um über 30% gefallen. Für ein Unternehmen, das lange als Inbegriff von Wachstumskraft und Innovation galt, ist das eine erhebliche Korrektur.
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