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Hyperliquid (HYPE) zählt heute zu den größten Verlierern unter den großen Kryptowerten. Der Token verlor in den vergangenen 24 Stunden mehr als zehn Prozent und notiert bei rund 59 Dollar. Damit liegt HYPE fast 25 Prozent unter dem Rekordhoch von Anfang Juni.
Auffällig ist, dass dem Rückgang keine Hyperliquid-spezifischen Nachrichten zugrunde liegen. Der Verkaufsdruck scheint vor allem auf eine breitere Risikoaversion an den Finanzmärkten, den Abbau gehebelter Positionen und Sorgen über ein zusätzliches Token-Angebot zurückzugehen.
Die jüngste Verkaufswelle beschleunigt damit einen Abwärtstrend, der bereits zuvor eingesetzt hatte. Vor weniger als einer Woche notierte HYPE noch über 67 Dollar. Seitdem hat der Token mehr als 15 Prozent an Wert verloren.
Der wichtigste Grund für den deutlichen Kursrückgang liegt am Derivatemarkt. Das Open Interest in HYPE-Futures ist in den vergangenen Tagen auf etwa 2,7 Milliarden Dollar gefallen. Zugleich werden viele Long-Positionen zwangsweise geschlossen, während die Finanzierungssätze sinken.
Analysten sehen darin Anzeichen für einen klassischen Long Squeeze. Anleger, die mit geliehenem Kapital auf einen weiteren Kursanstieg gesetzt haben, müssen ihre Positionen verkaufen, sobald der Kurs zu stark fällt. Dieser zusätzliche Verkaufsdruck kann eine normale Korrektur innerhalb kurzer Zeit erheblich verschärfen.
Dass ausgerechnet HYPE besonders stark unter Druck gerät, ist kaum überraschend. Die Handelsplattform erreichte zuletzt ein Rekordniveau von rund 11 Milliarden Dollar an offenen Derivatepositionen. Zugleich war der Token nach einem Kursanstieg von rund 36 Prozent innerhalb eines Monats zu einem der beliebtesten Token am Kryptomarkt geworden. Wenn viele Anleger auf derselben Marktseite positioniert sind, kann ein Stimmungsumschwung besonders starke Kursverluste auslösen.
Die Verkaufswelle beschränkt sich nicht auf den Kryptomarkt. Auch an der Wall Street hat sich die Stimmung eingetrübt. Halbleiteraktien gerieten erneut deutlich unter Druck, US-Börsenfutures notieren schwächer, und die zunehmenden Spannungen rund um Iran sorgen dafür, dass Anleger weniger Risiken eingehen wollen.
In einem solchen Umfeld werden Anlagen, die zuvor stark gestiegen sind, häufig zuerst verkauft. Genau das scheint auch bei HYPE der Fall zu sein. Während der Bitcoin-Kurs vergleichsweise moderat nachgibt, fällt das Minus bei HYPE nach der starken Rally des vergangenen Monats deutlich größer aus.
Trotz des deutlichen Kursrückgangs haben sich die Fundamentaldaten von Hyperliquid kaum verändert. Laut einer aktuellen Analyse des Investors Pantera Capital verarbeitet die Plattform rund 40 Prozent des gesamten Onchain-Handels mit Perpetual Futures. Damit zählt Hyperliquid zu den umsatzstärksten Akteuren der Kryptobranche. Der Vermögensverwalter Bitwise hatte HYPE zuvor außerdem in seinen Krypto-Indexfonds aufgenommen.
Unter Analysten gehen die Einschätzungen allerdings auseinander. Das Researchhaus Citrini Research bezeichnete Hyperliquid im vergangenen Monat noch als eines der attraktivsten Projekte der Branche, weil die Plattform als eines der wenigen Kryptoprojekte dauerhaft Erlöse erzielt. Mehr als 90 Prozent der Handelsgebühren werden verwendet, um eigene Token zurückzukaufen. Laut Citrini entfiel in diesem Jahr fast die Hälfte aller Token-Rückkäufe in der Kryptobranche auf Hyperliquid.
Nicht alle teilen diesen Optimismus. Der bekannte Investor Arthur Hayes verkaufte Anfang Juni seine gesamte HYPE-Position im Zuge eines breiteren Abbaus seiner Kryptoanlagen. Berichte, wonach eine mit ihm verbundene Wallet kurz darauf HYPE im Wert von mehr als 2 Millionen Dollar zurückgekauft haben soll, wies er zurück.
Vorerst scheint der Kursrückgang daher vor allem mit der verschlechterten Marktstimmung und dem erzwungenen Abbau gehebelter Positionen zusammenzuhängen, während sich fundamental wenig verändert hat. Aus technischer Sicht blicken Händler nun auf den Bereich um 56 Dollar. Nachdem die Unterstützung zwischen 60 und 61 Dollar gefallen ist, gilt diese Zone als nächste wichtige Bewährungsprobe für den HYPE-Kurs.
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