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Der koreanische Won und der taiwanische Dollar dürfen ihre Landesgrenzen nicht verlassen. Strenge Regeln, die nach der Asienkrise 1997 eingeführt wurden, halten diese Währungen fest im Inland. Der japanische Yen hingegen zirkuliert frei rund um den Globus – und macht diese asiatische Währung zum perfekten Kandidaten für eine digitale Stablecoin.
Mit dem Start von JPYCs an den Yen gekoppelter Stablecoin hat Japan diese Woche Asiens erste wirklich globale, fiatbesicherte Stablecoin eingeführt. Dank der vollständigen Konvertibilität des Yen kann die Coin auch außerhalb Japans zirkulieren – eine Premiere, die die Niedrigzins-Liquidität Japans direkt in die DeFi-Welt bringt.
Im Kern bringt JPYC den berühmten „Yen Carry Trade“ – billig in Yen leihen, um andernorts höhere Renditen zu erzielen – auf die Blockchain. Händler können künftig digitale Yen nahezu zinsfrei aufnehmen und in dollargebundene Assets mit höheren Erträgen tauschen.
Bei einem Leitzins der Bank of Japan von weiterhin 0,5 Prozent – dem höchsten Stand seit 2008, aber noch immer weit unter dem Rest der Welt – bleibt der Yen eine der günstigsten Finanzierungswährungen. Selbst wenn die Zentralbank den Satz später in diesem Jahr auf 0,75 Prozent anhebt, liegen die On-Chain-Renditen in DeFi immer noch um ein Vielfaches höher.
Plattformen wie Maple, Lista und Stream Finance bieten derzeit Jahresrenditen zwischen 6 und 14 Prozent – weit über den Renditen von unter 1 Prozent auf japanischen Geldmärkten. Ein Händler, der digitale Yen zu 0,75 Prozent leiht, hat also weiterhin eine komfortable Marge, um Gewinne zu erzielen, etwa durch den Tausch in Dollar-Assets oder das Bereitstellen von Liquidität in DeFi-Pools.
Dennoch gibt es einen japanischen Vorbehalt: JPYC begrenzt Auszahlungen derzeit auf 1 Million Yen pro Tag, rund 6.500 Dollar. Das reicht nicht, um die globalen Märkte zu bewegen, spiegelt aber Japans typisch vorsichtige Herangehensweise wider.
Selbst in der digitalen Welt bleibt Tokios finanzielle Vorsicht unverändert: Der Code mag neu sein, doch der Fuß auf der Bremse ist derselbe.
Bitcoin (BTC) handelt bei rund 110.500 Dollar, ein Minus von gut 2 Prozent binnen 24 Stunden. Ethereum (ETH) liegt bei 3.914 Dollar, ebenfalls 2 Prozent niedriger. Seit August sind die ETF-Zuflüsse nahezu zum Erliegen gekommen. Entsprechend könnte der Kryptomarkt einen Impuls gut gebrauchen.
Gold blieb stabil bei rund 4.020 Dollar je Unze, während Anleger zwischen sinkenden Inflationserwartungen und einem etwas stärkeren Dollar abwogen.
Das hat alles mit dem Zinsentscheid der US-Notenbank von gestern Abend zu tun. Jerome Powell warnte, dass eine weitere Senkung im Dezember nicht garantiert ist. Selbst die positiven Signale aus dem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping sorgen kaum für grüne Vorzeichen am Markt.
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