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China hat ein Problem, das sich weiter zuspitzt. Durch die Alterung der Bevölkerung wird es künftig schlicht zu wenige Erwerbstätige geben.
Die Zahl der Erwerbspersonen erreichte im vergangenen Jahrzehnt mit rund 1 Milliarde ihren Höhepunkt, könnte Schätzungen zufolge aber bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf etwa 300 Millionen sinken. Das ist eine massive Bedrohung für die Wirtschaft. Weniger Beschäftigte bedeuten weniger Produktion, weniger Konsum – und mehr Druck auf die Staatsfinanzen.

Deshalb setzt Peking konsequent auf Roboter.
China installierte im vergangenen Jahr mehr Industrieroboter als der Rest der Welt zusammen. Zwischen 2021 und 2024 verdoppelte sich die Zahl der Roboter in chinesischen Fabriken auf 2 Millionen.
Auffällig ist zudem, dass immer mehr dieser Roboter aus eigener Produktion stammen. 2020 waren rund 30 Prozent der neu eingesetzten Roboter in chinesischen Fabriken im Inland gefertigt. 2024 lag der Anteil bereits bei 57 Prozent.
Genau nach diesem Muster hat China zuvor auch Elektroautos groß gemacht: erst subventionieren, dann Kapazitäten aufbauen, anschließend den Weltmarkt erobern. Nun wiederholt sich das bei humanoiden Robotern.
In Fabriken wie der von Sany Truck ist die Richtung klar. Roboter pressen und lackieren bereits Fahrzeugpaneele. Nun versucht das Unternehmen auch, die letzte, besonders arbeitsintensive Phase der Montage zu automatisieren.
Immer weniger junge Chinesen wollen in Fabriken arbeiten. Für Unternehmen bedeutet das steigende Löhne, Personalmangel und höhere Risiken in der Produktion. Roboter können dieses Problem teilweise abfedern. Sie werden nicht müde, verlangen keine Gehaltserhöhung und können rund um die Uhr laufen.
Damit ist Automatisierung für China attraktiver als für Länder mit jüngerer Bevölkerung.
Allerdings sind humanoide Roboter noch kein Allheilmittel. Oft sind sie zu teuer und zu komplex für einfache, repetitive Aufgaben. Dafür eignen sich klassische Industrieroboter besser. Zugleich sind Humanoide noch nicht intelligent genug für unübersichtliche Umgebungen wie normale Wohnungen.
Die größten Chancen liegen vorerst in Fabriken, Logistik, Hotels, Pflege sowie in spezialisierten Aufgaben wie Präzisionsarbeit. Entscheidend dafür sind vor allem Daten. Roboter müssen Millionen Stunden menschlicher Bewegungen lernen, bevor sie wirklich zuverlässig werden.
Die Kehrseite ist erheblich. China hat bereits eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und eine riesige Gig-Economy. Wenn Roboter zu schnell Jobs übernehmen, kann das soziale Spannungen auslösen.
Dennoch scheint Peking nicht vorhaben, auf die Bremse zu treten. Das Rennen mit den USA um technologische Dominanz wiegt schwerer.
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