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Die ersten Monate des Jahres könnten zu einer Phase werden, in der Anleger wieder verstärkt Risiken eingehen. Das prognostiziert der Vermögensverwalter VanEck in seinem Ausblick für das erste Quartal 2026. Laut dem Unternehmen ist etwas zurückgekehrt, das den Märkten lange gefehlt hat: Klarheit. Davon könnte Bitcoin profitieren.
VanEck verweist auf eine besser vorhersehbare Fiskalpolitik, mehr Klarheit über den geldpolitischen Kurs und ein schärferes Bild der wichtigsten Anlagethemen. „Die Märkte operieren wieder in einem Umfeld mit Transparenz“, schreibt das Unternehmen.
Für Bitcoin bleibt VanEck jedoch zurückhaltender. Nach Ansicht des Vermögensverwalters ist der klassische vierjährige Zyklus von Bitcoin im Jahr 2025 durchbrochen worden, was die kurzfristigen Signale trübt. Dies rechtfertigt laut VanEck eine vorsichtige Haltung für die kommenden drei bis sechs Monate, wenngleich diese Sichtweise nicht im gesamten Unternehmen geteilt wird.
Dieses „Risk-On“-Klima ist in der Regel günstig für Technologiewerte, KI-Unternehmen und Krypto. Dennoch hat sich Bitcoin in den vergangenen Monaten teilweise von den Aktien- und Goldmärkten entkoppelt, nachdem im Herbst eine deutliche Reduzierung der Hebelpositionen stattfand.
Ein wichtiger Stabilitätsfaktor ist die Entwicklung der US-Staatsfinanzen. Auch wenn die Haushaltsdefizite hoch bleiben, sinken sie als Anteil am BIP seit dem Höhepunkt der Corona-Zeit. Laut VanEck trägt dies zur Stabilisierung der langfristigen Zinsen bei und reduziert extreme Risiken.
Diese Analyse fokussiert vor allem auf die mittelfristige Perspektive, stellt auch Justin d’Anethan von Arctic Digital fest. Er betont, dass die jüngste Preisentwicklung von Bitcoin zeigt, dass der Markt ruhiger geworden ist. „Die scharfen Übertreibungen des letzten Jahres sind verschwunden, optimistische Einschätzungen sind realistischer geworden und Katastrophenszenarien dominieren weniger“, so d’Anethan.
Auch aus Asien sind ähnliche Töne zu vernehmen. Forscher der HashKey Group sehen nach den Turbulenzen Ende 2025 einen klareren Weg für die erste Jahreshälfte 2026. Mit den bevorstehenden Zwischenwahlen in den USA könnten fiskalische und finanzielle Rahmenbedingungen den Kapitalfluss in Richtung risikoreiche Anlagen, einschließlich Bitcoin, weiter unterstützen.
Ihnen zufolge bildet die Kombination aus fiskalischen Anreizen, lockerer Geldpolitik und günstigeren Regulierungen ein klassisches „Risk-On“-makroökonomisches Fenster, in dem auch Bitcoin profitieren kann.
Krypto-Investor Will Clemente beschreibt das aktuelle Umfeld sogar als „genau das, wofür Bitcoin geschaffen wurde“, und verweist auf geopolitische Spannungen, Rekordstände an den Börsen und Länder, die ihre Reserven diversifizieren.
Analyst Michaël van de Poppe erwartet, dass der Bitcoin Kurs noch in diesem Monat zu sechsstelligen Werten zurückkehren könnte. Seiner Ansicht nach bleiben Käufer rund um wichtige Unterstützungsmarken aktiv, und die anhaltende Seitwärtsbewegung deutet eher auf einen Aufbau für einen Ausbruch hin. Ein überzeugender Durchbruch über 92.000 Dollar könnte seiner Meinung nach schnell den Weg in Richtung 100.000 Dollar ebnen.
Ob sich Bitcoin tatsächlich dem breiteren Risk-On-Sentiment anschließt, bleibt vorerst die große Frage. Doch laut VanEck ist das makroökonomische Umfeld für Anleger zumindest klarer als im vergangenen Jahr.
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