Der US-Senat arbeitet an einer neuer Gesetzgebung, um mehr Übersichtlichkeit über die Verwendung von Stablecoins im Kryptomarkt zu schaffen. Der Gesetzesentwurf, der Digital Asset Market Clarity Act (CLARITY Act), ermöglicht es Kryptounternehmen, unter bestimmten Bedingungen Belohnungen für die Nutzung von Stablecoins anzubieten.

Gemäß dem Vorschlag dürfen diese Vergütungen an die Nutzung von Stablecoins gekoppelt werden, ohne dass die digitalen Währungen automatisch als Wertpapiere oder Bankprodukte eingestuft werden. Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie bestimmt, unter welches aufsichtsrechtliche Regelwerk Stablecoins fallen.

Was sind Stablecoins?

Stablecoins sind digitale Coins, deren Wert an eine traditionelle Währung wie den US-Dollar gebunden ist. Sie werden vor allem für Zahlungen, Überweisungen und den Handel innerhalb des Kryptosektors verwendet, da sie weniger preisschwankend sind als beispielsweise Bitcoin oder Ether.

Die Möglichkeit, bei der Verwendung von Stablecoins Belohnungen zu erhalten, ist seit langem Gegenstand von Diskussionen. Banken argumentieren, dass solche Prämien Zinsen ähneln, während Krypto-Unternehmen sie als Anwendungsanreize betrachten, die mit Treueprogrammen im Fintech-Sektor vergleichbar sind.

Keine Zinsen auf Stablecoins

Der CLARITY Act versucht, diesen Unterschied klar zu definieren. Das Gesetz besagt, dass Anbieter von digitalen Asset-Diensten keine Zinsen oder Renditen allein auf der Grundlage des Haltens eines zahlungsfähigen Stablecoins auszahlen dürfen. Dies gilt für Auszahlungen in bar, Token oder anderen Vergütungsformen.

Belohnungen bleiben jedoch erlaubt, wenn sie aus der aktiven Nutzung resultieren. Der Gesetzesentwurf nennt unter anderem Zahlungen, Überweisungen, Geldtransfers und Abwicklungen als erlaubte Aktivitäten, für die Nutzer Vorteile erhalten dürfen.

Belohnungen für tägliche Nutzung zulässig

Auch Vorteile im Zusammenhang mit der Nutzung von Wallets, Konten, Plattformen oder Blockchain-Netzwerken fallen unter die Ausnahmen. Zusätzlich sind Treueprogramme, Werbeaktionen, Abonnementvorteile und Rabatte erlaubt, die mit der Nutzung von Stablecoins verbunden sind.

Laut dem Senat bedeutet das Anbieten solcher Anreize nicht, dass ein Stablecoin automatisch als Anlageprodukt oder Bankkonto angesehen werden muss.

Spielraum für krypto-bezogene Aktivitäten

Neben alltäglichen finanziellen Anwendungen bietet der Gesetzesentwurf auch Spielraum für Belohnungen, die mit spezifischen Krypto-Aktivitäten verbunden sind. Dazu gehören unter anderem die Bereitstellung von Liquidität, das Anbieten von Sicherheiten, die Teilnahme an Governance-Prozessen, Validierung, Staking und andere Aktivitäten innerhalb von Blockchain-Netzwerken.

Damit erkennt der Gesetzgeber an, dass diese Formen der Belohnung eine andere Funktion haben als traditionelle Zinsprodukte.

Banken äußern Bedenken über Konkurrenz

Die Diskussion über Stablecoin-Belohnungen sorgt für Spannungen zwischen der Kryptobranche und traditionellen Banken. US-amerikanische Lokalbanken warnten kürzlich den Kongress, dass Kryptounternehmen möglicherweise bestehende Gesetze missbrauchen könnten, um Erträge indirekt an Nutzer weiterzugeben.

Laut den Banken könnten diese Belohnungsprogramme zu einem Abfluss von Milliarden Dollar aus dem traditionellen Bankensystem führen. Das könnte Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Krediten für kleine Unternehmen, Landwirte, Studenten und Hauskäufer haben.

Politische Verhandlungen noch nicht abgeschlossen

Die Verabschiedung des umfassenderen Kryptogesetzgebung im US-Senat wurde vorerst verschoben. Der Senatsausschuss für Landwirtschaft will mehr Zeit nutzen, um ausreichend Unterstützung sowohl von Republikanern als auch von Demokraten zu gewinnen.

Die kommenden Wochen sind daher entscheidend für die Zukunft der US-Kryptoregulierung. Der CLARITY Act könnte ein wichtiger Schritt in Richtung eindeutiger Regeln für Stablecoins sein, aber die politische Debatte ist noch nicht abgeschlossen.

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