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In den USA finden heute die Zwischenwahlen statt. Dabei werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus, 35 Senatssitze und 36 Gouverneursposten neu vergeben. Präsident Donald Trump steht zwar selbst nicht zur Wahl, doch die Abstimmung gilt als wichtiger Stimmungstest für seine Präsidentschaft.

Die Republikaner verfügen derzeit über eine knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus und halten 53 der 100 Sitze im Senat. Umfragen zufolge könnten die Demokraten zumindest eine der beiden Kongresskammern zurückerobern. Zu den wichtigsten Wahlkampfthemen zählen die hohen Lebenshaltungskosten, der Krieg mit dem Iran und die Gesundheitsversorgung.

Verlieren die Republikaner die Mehrheit in einer oder sogar beiden Kammern, dürfte es für Trump deutlich schwieriger werden, seine politischen Vorhaben durchzusetzen. Entsprechend könnte der Wahlausgang auch Auswirkungen auf die Aktien- und Kryptomärkte haben.

In diesem Liveblog berichten wir über die neuesten Entwicklungen, die Wahlergebnisse und die Reaktionen an den Finanzmärkten.

Erste Nachwahlbefragungen gegen Mitternacht, große Ergebniswelle um 2 Uhr

Wer die US-Zwischenwahlen heute Nacht live verfolgen möchte, kann sich den Wecker auf Mitternacht stellen. Dann schließen die ersten Wahllokale in Teilen von Indiana und Kentucky. Gleichzeitig veröffentlichen die US-Fernsehsender die ersten Zahlen aus den Nachwahlbefragungen. Der Zeitunterschied zur US-Ostküste beträgt in diesem Jahr sechs Stunden, da die USA erst am vergangenen Sonntag auf Winterzeit umgestellt haben.

Nachwahlbefragungen sind in den USA weniger aussagekräftig als in den Niederlanden. Sie werden im Laufe des Wahltages vor den Wahllokalen durchgeführt und erst in der Nacht mit den tatsächlichen Wahlergebnissen abgeglichen. Die ersten Zahlen zeigen daher vor allem, wer gewählt hat und aus welchen Gründen. Über die Wahlsieger sagen sie zunächst wenig aus.

Die tatsächlichen Wahlergebnisse werden in mehreren Wellen erwartet:

  • 1 Uhr deutscher Zeit: Georgia, Virginia und South Carolina. Hier werden üblicherweise die ersten offiziellen Ergebnisse bekannt. Auch die Nachrichtenagentur AP dürfte zu diesem Zeitpunkt die ersten Rennen für entschieden erklären.
  • 1:30 Uhr: North Carolina und Ohio. In beiden Bundesstaaten liegen die Demokraten bei den Senatswahlen laut Umfragen vorn.
  • 2 Uhr: Die große Ergebniswelle mit Pennsylvania, Michigan, Florida und Texas. Ab diesem Zeitpunkt dürfte sich abzeichnen, welche Partei die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnt.
  • 3 Uhr: Arizona, Wisconsin, Iowa und Kansas.
  • 5 Uhr: Die Westküste mit Kalifornien und Washington.

Zwischen 2 und 4 Uhr deutscher Zeit dürfte sich ein klareres Bild der Mehrheitsverhältnisse im Repräsentantenhaus ergeben. Die Entscheidung über den Senat könnte länger dauern. Sollte es auf Arizona oder Nevada ankommen, könnte erst am Morgen Klarheit herrschen. Bei knappen Rennen in Pennsylvania oder Michigan könnte sich die Auszählung sogar bis Mittwoch oder Donnerstag hinziehen, wie bereits bei den Wahlen 2022 und 2024.

Trump: USA stellen Milliardenhilfe für Israel zum Jahresende ein

Am Tag der US-Zwischenwahlen kündigt Donald Trump bei Fox News an, dass die Vereinigten Staaten ihre jährliche Unterstützung für Israel in Höhe von rund 4 Milliarden Dollar zum Jahresende einstellen werden. Nach Ansicht des Präsidenten kann Israel seine Verteidigung inzwischen selbst finanzieren.

Der Zeitpunkt der Ankündigung ist kein Zufall. Die US-Hilfen für Israel sind in mehreren Wahlkämpfen zu einem Angriffspunkt der Demokraten geworden. Trump erklärte selbst, dass er diese Kritik nicht länger hinnehmen wolle, wenn die finanzielle Unterstützung ohnehin nicht mehr notwendig sei.

Trump: US-Hilfen für Israel von 4 Milliarden Dollar enden 2026

Donald Trump

Elon Musk steckt Rekordsumme von 474 Millionen Dollar in US-Wahlen

Elon Musk hat insgesamt 474 Millionen Dollar ausgegeben, um die Republikaner bei den US-Zwischenwahlen zu unterstützen. Laut der New York Times ist das eine Rekordsumme. Noch nie zuvor hat jemand, der selbst nicht zur Wahl stand, innerhalb eines einzigen US-Wahlzyklus so viel Geld ausgegeben.

Das Geld floss vor allem an politische Organisationen, die republikanische Kandidaten im Wahlkampf unterstützen. Besonders viel finanzielle Unterstützung von Musk erhielt der Kampf um einen Senatssitz in Texas.

Auch für Musk persönlich steht bei den Wahlen viel auf dem Spiel. Mehrere demokratische Politiker wollen seine Aktivitäten genauer untersuchen, sollten die Demokraten die Mehrheit im Kongress gewinnen. Dabei geht es unter anderem um die Regierungsaufträge seiner Unternehmen, seine Rolle bei früheren Sparmaßnahmen und seine Beteiligung am Krieg in der Ukraine.

Elon Musk

Märkte warten auf US-Wahlergebnis: Bitcoin, Aktien und Gold kommen kaum vom Fleck

An den Finanzmärkten ist es bislang ausgesprochen ruhig. Der Ölpreis fällt um mehr als 3 Prozent und sorgt damit für etwas Entlastung. Doch die Anleger richten ihren Blick vor allem auf die Zwischenwahlen in den USA. In immer mehr Bundesstaaten öffnen die Wahllokale, während sich die Kurse kaum bewegen.

Die Futures auf den S&P 500 liegen mit 0,04 Prozent leicht im Minus, während die Nasdaq-100-Futures um 0,58 Prozent zulegen. Bitcoin (BTC) steigt um 0,46 Prozent und Gold verteuert sich um 0,08 Prozent.

Die Märkte stellen sich bereits auf einen politischen Machtwechsel ein. Die Wahrscheinlichkeit eines sogenannten „Democratic Sweep“, bei dem die Demokraten sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat gewinnen, hat sich innerhalb eines Jahres verdreifacht. Allein in den vergangenen 45 Tagen ist sie um 30 Prozentpunkte gestiegen.

Trump erklärte bereits, dass er in diesem Fall zu „Mr. Veto“ werde und die Vorhaben des Kongresses blockieren wolle. Anleger rechnen deshalb mit zwei Jahren politischem Stillstand in Washington.

Die Unsicherheit dürfte auch zu den schwachen Kursentwicklungen bei Aktien, Edelmetallen und Kryptowährungen in den vergangenen Wochen beigetragen haben. Morgen wissen die Anleger, wie die politischen Machtverhältnisse aussehen. Das könnte für Erleichterung an den Märkten sorgen.

Zumindest die historischen Daten sprechen für die Anleger. Seit 1950 lag der S&P 500 zwölf Monate nach jeder Zwischenwahl höher, im Durchschnitt um 16,6 Prozent. In anderen Jahren betrug das durchschnittliche Plus lediglich 6,9 Prozent.

Auch ein Sieg der Demokraten in beiden Kongresskammern unter einem republikanischen Präsidenten wirkte sich bislang positiv auf die Börse aus. Seit 1954 kam es siebenmal zu dieser Konstellation. Ein Jahr später stand der S&P 500 jedes Mal höher, im Durchschnitt um 15,5 Prozent.

Die Erklärung ist einfach: Präsident und Kongress können sich gegenseitig blockieren, sodass kaum größere neue Gesetze verabschiedet werden. Für Unternehmen bedeutet das weniger politische Überraschungen.

Der Kryptomarkt müsste sich allerdings auf strengere Vorschriften einstellen, nachdem die Branche unter Trump von einer lockereren Aufsicht profitiert hat. Besonders der CLARITY Act, der klare Regeln für den Kryptomarkt schaffen soll, könnte dadurch ins Stocken geraten. Auch die Pläne, die strategische Bitcoin-Reserve gesetzlich zu verankern, wären deutlich schwieriger umzusetzen.

Wahllokale öffnen in immer mehr US-Bundesstaaten

In immer mehr US-Bundesstaaten haben die Wahllokale geöffnet. Mittlerweile können Wähler in Dutzenden Bundesstaaten ihre Stimme bei den Zwischenwahlen abgeben.

Um 15 Uhr deutscher Zeit begann die Stimmabgabe auch in Colorado, Montana, Nebraska, New Mexico, Utah und Wyoming.

Aufgrund der unterschiedlichen Zeitzonen öffnen die Wahllokale nicht überall gleichzeitig. Die ersten Wahlergebnisse werden in der kommenden Nacht erwartet.

Kryptomarkt fürchtet strengere Regeln bei Wahlsieg der Demokraten

Die US-Zwischenwahlen könnten weitreichende Folgen für den Kryptomarkt haben. Laut Bloomberg stellen sich Anleger auf strengere Vorschriften ein, sollten die Demokraten sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit gewinnen.

Unter Präsident Donald Trump profitierte die Kryptobranche von gelockerten Regeln und einer entgegenkommenderen Haltung der US-Aufsichtsbehörden. Die Unternehmen hoffen, dass dieser Spielraum erhalten bleibt. Gleichzeitig befürchten sie, dass eine demokratische Mehrheit neue Kryptogesetze blockieren und die Aufsicht verschärfen könnte.

Besonders viel steht bei dem sogenannten Clarity Act auf dem Spiel. Das Gesetz soll klar regeln, welche US-Behörde für die Aufsicht über den Kryptomarkt zuständig ist. Analysten halten es für unwahrscheinlich, dass der Gesetzentwurf 2027 erneut aufgegriffen wird, sollten die Demokraten an Einfluss gewinnen.

Kalshi und Polymarket sehen hohe Siegchancen für Demokraten

Die Demokraten haben laut den Prognoseplattformen Kalshi und Polymarket gute Chancen bei den US-Zwischenwahlen. Beide Plattformen beziffern die Wahrscheinlichkeit, dass die Partei die Mehrheit im Senat gewinnt, auf 78 Prozent.

Auch im Repräsentantenhaus stehen die Demokraten den Prognosen zufolge gut da. Kalshi sieht ihre Chancen auf eine Mehrheit bei 94 Prozent, während Polymarket auf 95 Prozent kommt.

Für den Senat rechnen beide Plattformen mit 53 Sitzen für die Demokraten und 46 für die Republikaner.

Sollten sich diese Prognosen bewahrheiten, würden die Republikaner ihre Mehrheit sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus verlieren. Für Präsident Donald Trump wäre es damit deutlich schwieriger, seine politischen Vorhaben durchzusetzen.

Kaart van Kalshi met voorspellingen voor de Amerikaanse Senaatsverkiezingen van 2026, waarbij de Democraten op 53 zetels staan en de Republikeinen op 46.
Kalshi prognostiziert 53 Senatssitze für die Demokraten und 46 für die Republikaner. (Quelle: Kalshi)

Wahllokale in den USA öffnen: Spannendes Rennen in Michigan

Der Wahltag in den USA hat begonnen. In immer mehr Bundesstaaten öffnen die Wahllokale, darunter Michigan und Georgia. Besonders Michigan steht dabei im Fokus.

Dort kämpfen der Demokrat Abdul El-Sayed und der Republikaner Mike Rogers um einen Sitz im Senat. Jüngsten Umfragen zufolge liegt El-Sayed knapp vorn, doch der Ausgang des Rennens ist weiterhin offen. Die Demokraten wollen den Sitz verteidigen, um ihre Chancen auf eine Mehrheit im Senat zu verbessern.

Die ersten Wahllokale schließen um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit in Teilen von Indiana und Kentucky. Kurz darauf werden die ersten Ergebnisse erwartet. In Michigan schließen die meisten Wahllokale erst um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit.