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Nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat sich die Stimmung an den amerikanischen Aktienmärkten deutlich gedreht. Nach einer turbulenten Nacht liegen die wichtigsten Indizes wieder kräftig im Plus. Vor allem Technologiewerte erholen sich, während der US-Dollar und die Renditen von Staatsanleihen nachgeben.
Für Erleichterung sorgen unter anderem die ersten Äußerungen von Präsident Donald Trump. Trotz des Verlusts der republikanischen Mehrheit im Kongress hat er sich zur Zusammenarbeit mit den Demokraten bereit erklärt.
Die ersten Wahlergebnisse hatten in der Nacht zunächst für Unruhe gesorgt. Anleger befürchteten, der Sieg der Demokraten könnte strengere Vorgaben für Technologiekonzerne und weniger Spielraum für Trumps wirtschaftspolitische Pläne bedeuten.
Inzwischen hat sich die Stimmung jedoch gedreht. Die Terminkontrakte auf den S&P 500 liegen rund 1,1 Prozent im Plus. Auch der Nasdaq 100 erholt sich deutlich.

Nicht alle Unternehmen profitieren von der Erholung. Die Aktien von Elon Musks Unternehmen Tesla und SpaceX verlieren dagegen jeweils rund fünf Prozent. Anleger befürchten, dass die Demokraten die Aufsicht über Musks Unternehmen verschärfen und eine mögliche Fusion von Tesla und SpaceX verzögern könnten.
Das Wahlergebnis scheint Anleger zugleich zu beruhigen. Da die Demokraten nun sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat kontrollieren, wächst das politische Gegengewicht zu Präsident Donald Trump.
Das könnte für mehr Ruhe an den Finanzmärkten sorgen. Trumps überraschende Entscheidungen haben Anleger zuletzt immer wieder verunsichert, darunter neue Einfuhrzölle und der Krieg mit dem Iran. Mit einer demokratischen Mehrheit im Kongress wird es für Trump schwieriger, seinen Kurs ohne politischen Widerstand fortzusetzen.
Die Demokraten können seine Politik stärker kontrollieren und Druck auf die Regierung ausüben. Trump behält allerdings wichtige Befugnisse, vor allem in der Außenpolitik und bei Einfuhrzöllen. Das Wahlergebnis hindert ihn also nicht grundsätzlich daran, solche Entscheidungen weiterhin zu treffen.
Auch Trumps Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Demokraten scheint das Vertrauen der Anleger zu stärken. Mehr politische Zusammenarbeit und weniger überraschende Kurswechsel könnten die Unsicherheit an den Märkten verringern.
Unterdessen verliert der US-Dollar gegenüber den wichtigsten Währungen an Wert. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sinkt auf rund 4,93 Prozent.
Anleger rechnen zudem damit, dass die Demokraten weitere Steuersenkungen und zusätzliche Staatsausgaben bremsen könnten. Die US-Regierung müsste dann möglicherweise weniger Schulden aufnehmen, was den Aufwärtsdruck auf die Renditen verringern würde. Niedrigere Zinsen sind in der Regel günstig für Aktien.
Auch am Kryptomarkt hat sich die Stimmung gedreht. Der Bitcoin-Kurs fiel in der Nacht zeitweise um 2,8 Prozent, als sich abzeichnete, dass die Demokraten beide Kammern des Kongresses erobern würden.
Anleger befürchten, dass neue kryptofreundliche Gesetze schwerer durchzusetzen sein werden und die Branche strenger beaufsichtigt wird.
Doch wie am Aktienmarkt hielt die Unruhe nicht lange an. Bitcoin konnte die Verluste innerhalb weniger Stunden vollständig wettmachen.
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