Die Rendite auf zehnjährige US-Staatsanleihen ist auf das niedrigste Niveau seit 2026 gesunken und nähert sich damit dem lokalen Tiefstand vom Oktober. Diese Rendite gilt in der Regel als wichtiger Indikator für die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum und die Inflation.

Es stellt sich daher die Frage: Erkennt der Anleihemarkt eine abkühlende Wirtschaft? Und erklärt das die steigende Nachfrage nach langfristigen Staatsanleihen?

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Warum sinkt die 10-Jahresrendite in den Vereinigten Staaten?

Eine naheliegende Erklärung ist die weitere Abkühlung der Inflationserwartungen. In den vergangenen Wochen wurde der Trend sinkender Inflation erneut bestätigt, was es für Anleger attraktiver machen könnte, aktuelle Renditen durch langfristige Anleihen zu sichern.

Dennoch scheint das nur ein Teil der Geschichte zu sein. Gleichzeitig sehen wir breitere Anzeichen von Ermüdung an den Aktienmärkten. Obwohl viele große Indizes noch in der Nähe ihrer Rekordstände notieren, fehlt es an überzeugendem Aufwärtsmomentum. Das deutet darauf hin, dass Anleger vorsichtiger werden, obwohl die Kurse noch relativ stark erscheinen.

Diese Zweifel werden durch die enormen Investitionen, die Technologieunternehmen in künstliche Intelligenz tätigen, verstärkt. Dass Amazon in diesem Jahr angeblich rund zweihundert Milliarden Dollar in KI investieren will, wird nicht automatisch positiv interpretiert. Im Gegenteil: Die Aktie verlor im Februar bereits deutlich an Boden. Solche Kursbewegungen legen nahe, dass Anleger sich fragen, ob sich diese Kapitalausgaben letztlich auch in einem strukturellen Gewinnwachstum niederschlagen.

Amazon-Aktie deutlich im Minus. Quelle: Google Finance

Insgesamt deutet dies auf eine Phase erhöhter Unsicherheit hin. Der Ausgang der KI-Revolution ist noch unklar, und in einem solchen Umfeld suchen Anleger traditionell Sicherheit in US-Staatsanleihen. Die sinkende langfristige Rendite kann also teilweise als Flucht in Sicherheit gesehen werden.

Keine Anzeichen extremer Stress

Dennoch ist es noch zu früh für ausgeprägte Pessimismus. Auf den Anleihemärkten sehen wir keine extremen Stresssignale, sondern eher Bewegungen, die zu vorsichtigen Überlegungen über mögliche Szenarien einladen. Dass 2026 wahrscheinlich weniger ausgelassen wird als die vorangegangenen Jahre, scheint plausibel, aber harte Beweise für einen tiefen Bärenmarkt fehlen bisher.

Für Bitcoin ist dieses Spannungsfeld entscheidend. Eine sinkende langfristige Rendite kann einerseits auf Wachstumsbedenken hinweisen, was die Risikobereitschaft dämpft. Andererseits geht eine solche Bewegung oft mit großzügigeren finanziellen Bedingungen und letztlich niedrigeren Leitzinsen einher. Das sind wiederum Faktoren, die historisch gesehen positiv für Bitcoin sind.

Das größte Risiko bleibt daher nicht so sehr die Rendite selbst, sondern ein möglicher Bruch im KI-Narrativ. Diese Geschichte ist derzeit ein wichtiger Motor für das Wirtschaftswachstum und das Marktsentiment. Genau deshalb sind die Quartalszahlen von Nvidia am Mittwoch, den 25. Februar, möglicherweise das wichtigste Ereignis des ersten Quartals.

Diese Zahlen können nicht nur den Technologieaktien eine Richtung geben, sondern auch indirekt das Vertrauen in Bitcoin beeinflussen.

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