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Der US-Bundesstaat West Virginia prüft neue Wege, um sein Staatsvermögen vor Inflation und finanzieller Unsicherheit zu schützen. Ein diese Woche eingereichter Gesetzentwurf soll der Staatskasse mehr Spielraum geben, über traditionelle Investitionen hinauszublicken.
Der republikanische Staatssenator Chris Rose hat einen Vorschlag eingereicht, der die Gesetzgebung zur Verwaltung der Staatskasse anpasst. Der Plan mit dem Namen ‚Inflation Protection Act‘ ermöglicht es dem Treasury Board, in Edelmetalle, Stablecoins und Kryptowährungen mit sehr hoher Marktkapitalisierung zu investieren.
Die Messlatte liegt auffallend hoch. Nur Kryptowährungen mit einem Marktwert von mehr als 750 Milliarden Dollar im vorangegangenen Kalenderjahr kommen in Frage. In der Praxis bedeutet das, dass ausschließlich Bitcoin (BTC) diese Anforderung erfüllt. Andere große Kryptowährungen bleiben damit vorerst außen vor.
Laut dem Gesetzentwurf darf der Staat diese Kryptowährungen über einen anerkannten Verwahrer, einen Investmentfonds oder eine gesicherte eigene Speicherlösung halten. Stablecoins sind nur erlaubt, wenn sie ausdrücklich von der Bundesregierung oder einzelnen Staaten genehmigt wurden.
Es ist nicht das erste Mal, dass ein US-Bundesstaat Kryptowährungen als Reserve in Betracht zieht. Im Jahr 2025 wurden in mehreren Staaten ähnliche Vorschläge eingereicht. Letztlich verabschiedeten jedoch nur Texas, Arizona und New Hampshire Gesetze, die Staatsreserven in Bitcoin ermöglichen.
Ob West Virginia sich dieser Gruppe anschließen kann, ist noch ungewiss. Der Gesetzentwurf wurde inzwischen an den Ausschuss für Banken und Versicherungen weitergeleitet. Dort wird sich zeigen, ob genügend politische Unterstützung vorhanden ist, um den Vorschlag weiter zu verfolgen.
Auch die US-Regierung besitzt inzwischen eine beträchtliche Bitcoin-Reserve. Diese besteht laut Daten von BitcoinTreasuries aus 328.372 BTC, die vollständig aus Beschlagnahmungen stammen und die Vereinigten Staaten zu einem der größten Bitcoin-Besitzer weltweit machen.
Das Timing ist bemerkenswert. Auf Bundesebene wurde die Behandlung des sogenannten CLARITY Act im US-Senat verschoben. Dieses Gesetz soll Klarheit über die Marktstruktur von Kryptowährungen in den USA schaffen.
Das Bundesgesetz stößt auf heftige Kritik aus der Branche. Vor allem Regeln zu DeFi, Belohnungen bei Stablecoins und die Rolle der Aufsichtsbehörden sorgen für Verunsicherung. Kritiker aus der Branche befürchten, dass unklare Regelungen Innovationen bremsen könnten.
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