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Der US-Arbeitsmarkt lieferte am Donnerstag den wohl entscheidendsten Datenpunkt der Woche. Der Stellenzuwachs lag deutlich über den Erwartungen, zugleich kletterte die Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand seit vier Jahren. Dieses doppelte Signal setzt die Märkte erneut unter Spannung. Während Aktien sich kräftig erholen, bleibt der Kryptomarkt auffällig im Minus.
Der verzögerte Arbeitsmarktbericht, der wegen des längeren Government Shutdowns wochenlang auf sich warten ließ, zeigt, dass die US-Wirtschaft im September 119.000 neue Stellen geschaffen hat. Das ist mehr als doppelt so viel wie erwartet. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosenquote auf 4,4 Prozent – den höchsten Stand seit Oktober 2021.
Ökonomisch ist das eine ungewöhnliche Kombination: mehr Jobs, aber auch mehr Menschen ohne Arbeit. Analysten verweisen darauf, dass Migrationseffekte und Verschiebungen in der Erwerbsquote den Bericht verzerren. Fed-Chef Jerome Powell hatte bereits zuvor betont, dass er der steigenden Arbeitslosigkeit mehr Gewicht beimisst als der absoluten Zahl neuer Jobs.
Das ist genau der Grund, warum US-Index-Futures sofort nach oben sprangen. Laut dem Marktbeobachter The Kobeissi Letter greift erneut das bekannte Muster: „Bad news is good news“. Eine höhere Arbeitslosigkeit erhöht nämlich die Wahrscheinlichkeit künftiger Zinssenkungen – auch wenn eine Senkung im Dezember inzwischen unwahrscheinlicher geworden ist.
Dieses Optimismus wurde zusätzlich von Nvidia befeuert, das nach Börsenschluss an der Wall Street besser als erwartete Quartalszahlen präsentierte. Der Chipriese verbuchte einen kräftigen Umsatzanstieg und gab einen robusten Ausblick für 2026, wodurch die Stimmung an den Märkten sofort auf Risk-on drehte. Die Rallye erfasste blitzschnell andere Tech-Namen, sodass sowohl die Nasdaq als auch der S&P 500 deutlich fester eröffneten.
Auf Prognosemärkten wie Polymarket wurde Nvidia im Vorfeld bereits eine Chance von über 90 Prozent eingeräumt, die Erwartungen zu übertreffen. Diese Wetten behielten recht – und treiben die Marktstimmung heute weiter nach oben.
Bemerkenswert: Bitcoin und die größeren Altcoins profitieren kaum von der verbesserten Stimmung an der Wall Street. Die Nasdaq-Futures liegen vor der Eröffnung über 2 % im Plus, doch Bitcoin pendelt mit leichtem Minus um 90.600 Dollar. Ethereum fällt erneut unter 3.000 Dollar, während die meisten Altcoins ebenfalls im Minus notieren.
Erklärt wird das laut Analysten durch die Unterschiede zwischen beiden Märkten. Aktien spielen vor allem das KI-Narrativ und eine mögliche Lockerung der Fed-Politik im Jahr 2026. Der Kryptomarkt hingegen hat seinen eigenen Problem-Cocktail: deutliche ETF-Abflüsse, jüngste Liquidationswellen und technische Schwäche nach dem bestätigten Death Cross in der vergangenen Woche.
Hinzu kommt, dass Krypto in den vergangenen Wochen deutlich stärker gefallen ist als Aktien, weshalb Trader zögern, sofort Risiko einzugehen.
Der Arbeitsmarktbericht gibt der Fed ausreichend Gründe, die aktuelle Zinspolitik vorerst unverändert zu lassen. Damit richtet sich der Blick nun auf die nächsten Inflationsdaten und die Zinssitzung im Dezember. Für Krypto wird vor allem entscheidend sein, ob an den Terminmärkten wieder Ruhe einkehrt – dort hatten Volatilität und Hebelpositionen in den vergangenen Wochen einen großen Teil des Rückgangs ausgelöst.
Mit Nvidia-Zahlen, die die Risk-on-Stimmung befeuern, und einem Kryptomarkt, der sichtbar Mühe hat, sich zu erholen, bleibt die Dissonanz zwischen beiden Märkten groß. Die nächsten Tage werden zeigen, ob Bitcoin am Ende doch noch mit nach oben zieht – oder ob Krypto vorerst seinen eigenen Weg geht.
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