Trust Wallet hat eine Sicherheitsfunktion eingeführt, die Nutzer vor Adressvergiftung schützt, einer der am schnellsten wachsenden Formen der Krypto-Betrügereien. Es wurden bereits über 225 Millionen solcher Angriffe registriert, mit Verlusten von über 500 Millionen Dollar. Die neue Funktion überprüft automatisch, ob eine Empfangsadresse verdächtig ist, bevor eine Transaktion ausgeführt wird.

Wie funktioniert Adressvergiftung?

Das Prinzip ist einfach, aber effektiv. Ein Betrüger sendet einen sehr kleinen Betrag an dein Wallet. Dadurch erscheint seine Adresse in deiner Transaktionshistorie. Diese Adresse ähnelt stark einer zuvor von dir verwendeten Adresse. Der Betrüger hofft, dass du später versehentlich seine Adresse anstelle der richtigen kopierst.

Da Krypto-Transaktionen nicht rückgängig gemacht werden können, ist das Geld dann unwiderruflich verloren. Kürzlich haben zwei Investoren genau auf diese Weise zusammen 62 Millionen Dollar verloren. In einem Fall handelte es sich um 50 Millionen Dollar in USDT im Dezember 2025.

Was leistet die neue Funktion?

Trust Wallet überprüft künftig automatisch jede Empfangsadresse vor der Durchführung einer Transaktion. Das System vergleicht die Adresse mit einer Datenbank bekannter Scam-Adressen und Adressen, die bestehenden Wallets verdächtig ähnlich sehen. Bei einem Treffer erhält der Nutzer eine Warnung oder die Transaktion wird blockiert.

Das Update funktioniert auf 32 Blockchains, darunter Ethereum (ETH), BNB Smart Chain, Polygon, Optimism, Arbitrum und Avalanche.

Ex-Binance-CEO forderte solche Maßnahmen bereits

Der Schritt kommt nicht überraschend. Changpeng Zhao, ehemaliger CEO von Binance, forderte Wallet-Entwickler bereits Ende 2025 auf, solche Prüfungen einzuführen. Seiner Meinung nach ist es eine einfache Blockchain-Abfrage, die viel Leid verhindern kann.

Trust Wallet ist nicht der einzige Anbieter, der aktiv wird. Auch Rabby Wallet, Zengo und Phantom bieten mittlerweile Tools zur Erkennung verdächtiger Adressen an. Sicherheitsexperten des Cybersecurity-Unternehmens Hacken raten zudem, niemals mehr Wallet-Adressen aus der Transaktionshistorie zu kopieren, da genau dort Betrüger ihre vergifteten Adressen platzieren.

Trust Wallet hatte selbst ein Sicherheitsproblem

Der Fokus auf Sicherheit folgt auf einen eigenen Vorfall Ende 2025. Die Chrome-Erweiterung von Trust Wallet wurde kompromittiert, wodurch Nutzer etwa 7 Millionen Dollar verloren. Das Unternehmen veröffentlichte eine saubere Version und versprach, die Verluste zu erstatten.

Mit der neuen Adressüberprüfung versucht Trust Wallet, das Vertrauen wiederherzustellen. Für Nutzer bleibt der wichtigste Ratschlag unverändert: Überprüfe immer die vollständige Adresse, bevor du eine Transaktion bestätigst. Keine Sicherheitsmaßnahme ist absolut sicher.

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