Die Drohungen von Donald Trump im Zusammenhang mit der Übernahme von Grönland sind in der Finanzwelt auf Ablehnung gestoßen. Anleger betrachten sie vor allem als Signal, ihr Kapital aus dem amerikanischen Markt abzuziehen. Das „Sell America„-Sentiment verbreitet sich, während der S&P 500 seinen schlechtesten Handelstag seit Oktober 2025 erlebte.

Massive Kapitalflucht

Wenn Aktien, der US-Dollar und Staatsanleihen gleichzeitig fallen, dann ist klar, dass Kapital abgezogen wird. Derzeit fließt es in Gold, da das Edelmetall heute Morgen erneut ein Rekordhoch erreichte. Diesmal lag der Preis bei 4.890 Dollar pro Unze.

Heute steht ein spannender Tag im Zeichen Grönland und Donald Trump bevor. Der Präsident der Vereinigten Staaten ist als Redner auf dem World Economic Forum in Davos angekündigt.

Laut Trump gibt es „keinen Weg zurück“, was Grönland betrifft. In dieser Hinsicht ist mit (im übertragenen Sinne) rhetorischem Feuerwerk aus der Schweiz zu rechnen.

Europäische Staatschefs halten davon wenig. Der französische Präsident Emmanuel Macron bezeichnete es als „unnötige Aggressivität“, die die ohnehin fragile transatlantische Beziehung weiter belastet.

Die Risiken in der Welt nehmen zu, und daher entfernen Anleger Risiken aus ihren Portfolios. Das führt zu Kursrückgängen bei Aktien und Bitcoin, während Gold und Silber weiterhin Rekorde brechen.

Wie lange wird dieser Trend anhalten?

Auffällig ist, dass Bitcoin heute erneut fiel, während die US-Aktienfutures bisher im Plus liegen. So könnte der 21. Januar ein Tag der vorsichtigen Erholung für die US-Märkte werden.

Auch der Nikkei 225 in Japan entwickelt sich mit einem Anstieg von 1,21 Prozent positiv. Dies hängt unter anderem mit Sanae Takaichi zusammen, die in Japan neue (vorzeitige) Wahlen anstrebt.

Sie wurde im Oktober 2025 die erste weibliche Premierministerin Japans, ist jedoch noch nicht direkt von der Bevölkerung gewählt. Seit den letzten Wahlen hat ihre Partei nur eine knappe Mehrheit im Unterhaus und verlor die Mehrheit im Senat.

Das erschwert es ihr, ihre politischen Pläne durch das Parlament zu bringen. Mit vorgezogenen Neuwahlen hofft sie, die Mehrheit zu vergrößern, um ihre Vorhaben leichter umsetzen zu können.

Dabei plant sie weitreichende politische Veränderungen, wie etwa:

  • Massive fiskalpolitische Stimulierungsmaßnahmen und ein vorübergehendes Einfrieren der Verbrauchssteuer auf Lebensmittel zur Entlastung der Haushalte.
  • Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf etwa 2 Prozent des BIP

Im Kern ist Takaichi eine Befürworterin einer expansiven Fiskalpolitik. Ihre aktuelle Popularität ist relativ hoch, was ihr Vorhaben theoretisch erleichtert. Aus diesem Grund steigen die japanischen Aktienmärkte stark, während der japanische Yen an Wert verliert.

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