Donald Trump sagt, dass der Krieg mit Iran möglicherweise innerhalb von zwei bis drei Wochen beendet werden könnte. Seiner Meinung nach haben die Vereinigten Staaten die wichtigsten militärischen Ziele weitgehend erreicht, was wenig Grund gibt, das Konflikt fortzusetzen.

Das Weiße Haus gab außerdem bekannt, dass Trump heute Nacht um 03:00 Uhr deutscher Zeit eine Ansprache zur Lage im Iran und dem Verlauf des Krieges halten wird.

Trump sieht Ziele in Iran als erreicht an

Trump erklärte am Dienstag im Weißen Haus, dass seiner Ansicht nach bereits ein Regimewechsel in Iran stattgefunden habe, obwohl er betonte, dass dies nie das offizielle Ziel der Operation war. Der Fokus lag laut ihm vollständig auf der Beseitigung der nuklearen Bedrohung.

Laut Trump ist dieses Ziel inzwischen erreicht. Iran sei nicht mehr in der Lage, Atomwaffen zu entwickeln, wodurch der Hauptgrund für den Militäreinsatz entfalle.

Bezüglich eines möglichen Abkommens mit Iran bleibt er zurückhaltend. Trump sagte, dass ein Abkommen nicht erforderlich sei, um den Konflikt zu beenden, und deutete an, dass die Vereinigten Staaten auch ohne Vereinbarung abziehen könnten.

Straße von Hormus wird Problem für andere

Trump legt die Verantwortung für die Straße von Hormus betont in die Hände anderer Länder. Die wichtige Seestraße ist seit Beginn des Konflikts größtenteils blockiert, obwohl normalerweise etwa zwanzig Prozent des weltweiten Öltransports über diesen Weg erfolgen.

Der Präsident äußert offen seinen Unmut über Verbündete, die seiner Meinung nach zu wenig zur Lösung beitragen. In seinen Augen ist es Aufgabe von Ländern wie China und den Golfstaaten, die Durchfahrt wieder zu sichern.

Bisher haben nur die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Bereitschaft signalisiert, an einer maritimen Operation mitzuwirken. Bahrain arbeitet derweil an einer UN-Resolution, um ein offizielles Mandat dafür zu erhalten.

Rubio sieht Konfliktende in Sicht

Außenminister Marco Rubio erklärte, dass die Vereinigten Staaten die „Ziellinie“ in Sichtweite haben. Gleichzeitig dämpfte er die Erwartungen. Laut Rubio werden die Hauptziele nicht innerhalb weniger Tage erreicht.

Nach dem Konflikt will Washington zudem die Rolle und den Wert der NATO erneut prüfen. Damit blickt die USA offenbar auch auf die geopolitischen Verhältnisse nach dem Krieg.

Unterdessen nimmt die militärische Präsenz in der Region weiter zu. Eine dritte Flugzeugträgergruppe, die USS George H.W. Bush, machte sich am Dienstag von Norfolk aus auf den Weg in den Nahen Osten.

Iran lehnt Verhandlungen ab

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bestätigte in einem Interview mit Al Jazeera, dass es direkten Kontakt mit dem US-Gesandten Steve Witkoff gab. Ihm zufolge handelte es sich jedoch nicht um echte Verhandlungen.

Araghchi betonte, dass Iran kein Vertrauen in Washington habe und wenig von Gesprächen erwarte. Das Land hält an einer harten Linie fest und erklärt sich bereit für eine weitere Eskalation, falls nötig.

Märkte hoffen auf Ruhe, Risiko bleibt groß

Die Hoffnung auf ein Ende des Konflikts sorgte am Dienstag für einen deutlichen Aufschwung an den Märkten. Weltweit erholten sich die Börsen nach einer besonders schwachen Phase und zeigten erstmals seit Wochen wieder eine Belebung. Gleichzeitig bleibt der Ölpreis hoch. Er liegt noch immer etwa 60 Prozent über dem Niveau vor dem Konflikt.

Dennoch ist die Unsicherheit keineswegs verschwunden. Solange die Situation um die Straße von Hormus unklar bleibt und Iran Anspruch auf Kontrolle erhebt, bleibt die Chance auf neue Schocks groß.

Selbst wenn sich die Vereinigten Staaten zurückziehen, verschwindet das Kernproblem nicht. Ohne Wiedereröffnung der Seestraße bleibt der Druck auf die Energieversorgung und damit auf die Weltwirtschaft bestehen.

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