Der Bitcoin-Kurs überschritt am Montag die Marke von 93.000 Dollar, genau zu dem Zeitpunkt, als die geopolitischen Spannungen in Lateinamerika zunahmen. Auslöser waren Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump, der offen eine militärische Aktion gegen Kolumbien in Betracht zog.

Kolumbien das nächste Ziel von Trump?

Nach der Verhaftung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro am Samstag deutete Trump an, dass Kolumbien und möglicherweise auch Mexiko die nächsten Ziele amerikanischer Einmischung sein könnten. Trump erklärte, dass der Kokainfluss aus Kolumbien in die USA anhalte und machte den kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro dafür verantwortlich.

Auf die Frage, ob militärische Maßnahmen gegen Kolumbien eine Option seien, antwortete Trump kurz und knapp: „Das klingt gut für mich.“

Auch Mexiko wurde erwähnt. Obwohl Trump formell bessere Beziehungen zur mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum pflegt, betonte er, dass ihre Weigerung, amerikanische Hilfe im Kampf gegen Kartelle anzunehmen, nicht tragbar sei. „Etwas muss in Mexiko getan werden“, so Trump.

Trump warnte zudem vor Kuba, einem strategischen Verbündeten Venezuelas. Da die venezolanische Ölversorgung nach Havanna abgeschnitten ist, bezeichnete er Kuba als einen Staat, der „kurz vor dem Zusammenbruch“ stehe.

Bitcoin reagiert positiv auf geopolitische Unsicherheit

Seit der Militäraktion in Venezuela ist der Bitcoin-Kurs um über 3 Prozent gestiegen, von etwa 89.990 Dollar auf über 93.000 Dollar. Bemerkenswert ist, dass der Markt kaum auf die Nachrichten um Maduro reagierte. Laut dem Marktanalysten Crypto Rover lag dies daran, dass die Aktion schnell und unerwartet durchgeführt wurde, was langanhaltende Unsicherheiten vermied, im Gegensatz zu früheren Konflikten, die wochenlang die Risikobereitschaft der Anleger belasteten.

Der jüngste Kursanstieg passt in ein bekanntes Muster: Zunehmende geopolitische Spannungen stärken das Narrativ von Bitcoin als politisch neutralem Mittel zur Vermögenssicherung, das vollständig von Regierungen unabhängig ist. Während traditionelle Märkte anfällig für Eskalationen bleiben, betrachten Anleger Bitcoin zunehmend als Schutz gegen geopolitische Machtdemonstrationen, Sanktionen und militärische Unsicherheiten.

Unruhe bleibt auch außerhalb Lateinamerikas

Die Bedrohung beschränkte sich nicht auf Süd- und Mittelamerika. Trump erklärte, dass auch Grönland weiterhin auf seiner strategischen Wunschliste stehe, da es seiner Meinung nach für die nationale Sicherheit der USA von entscheidender Bedeutung ist. Dänemark und Norwegen betonten daraufhin erneut, dass das rohstoffreiche Gebiet nicht zum Verkauf steht, und forderten Trump auf, seinen Ton zu mäßigen.

Die Kombination aus geopolitischer Eskalation, militärischer Bedrohung und Machtdemonstration durch die USA erhöht die weltweite Unsicherheit. Genau in diesem Klima zeigt sich Bitcoin nun stark, was ein vielversprechendes Signal ist, denn das war nicht immer der Fall.

Der Anstieg in Richtung 93.000 Dollar zeigt, dass der Markt Bitcoin zunehmend weniger als reine Risikoinvestition betrachtet, sondern vielleicht immer mehr als geopolitische Alternative innerhalb eines instabilen Weltsystems.

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