Der japanische Autohersteller Toyota untersucht die Möglichkeiten, Fahrzeuge zu tokenisieren und in digitale Vermögenswerte umzuwandeln. In einem neuen Whitepaper skizziert das Toyota Blockchain Lab, wie Blockchain-Technologie eingesetzt werden kann, um den Besitz von Fahrzeugen transparenter und handelbar zu machen.
Fahrzeuge als digitale Assets
Am Dienstag, den 19. August, veröffentlichte das Toyota Blockchain Lab ein Whitepaper über das sogenannte Mobility Orchestration Network (MON). Dieses Netzwerk soll entscheidende Fahrzeugdaten erfassen und Autos tokenisieren. Dabei kann jedes Fahrzeug, von Lastwagen bis hin zu Robo-Taxis, eine digitale Datenspur hinterlassen, darunter Registrierung, Produktion und Wartung. Wie funktioniert das?
Alle digitalen Informationen eines Fahrzeugs können Toyota zufolge in einem digitalen Token gebündelt werden, der als Nachweis und Eigentumsregistrierung dient. Jedes Fahrzeug würde so ein eigenes Non-Fungible Token (NFT) erhalten, in dem die vollständige Historie und die Kerndaten des Autos festgehalten werden. Käufer können diese Daten nutzen, um den Wert eines Fahrzeugs objektiv zu beurteilen, ohne es physisch übernehmen zu müssen.
Neue Formen des Autobesitzes und der Finanzierung
Mit MON untersucht Toyota, wie Autobesitz und -nutzung voneinander entkoppelt werden können. Während Wohnungen und Immobilien bereits seit Längerem Teil der Finanzmärkte sind, sind Fahrzeuge Toyota zufolge weitgehend außerhalb dieses Trends geblieben. Fahrzeuge werden nicht in gleicher Weise als Investitionsprodukt genutzt wie Wohnungen. Durch Blockchain-Technologie könnte sich das jedoch ändern.
Autohersteller könnten beispielsweise mehrere Auto-NFTs in einem Fonds bündeln, wodurch Investitionen in größere Fahrzeugmengen möglich würden. Dieses Modell ließe sich auch auf Projekte mit Robo-Taxis oder Logistikflotten in Schwellenmärkten anwenden. Für Fahrzeugbetreiber kann die Tokenisierung zudem zu geringeren Finanzierungskosten im Vergleich zu traditionellen Darlehen führen.
Vorerst sind die konkreten Details unklar. Die Pläne scheinen jedoch vor allem auf Unternehmen ausgerichtet zu sein. Daher ist noch unklar, ob auch individuelle Autobesitzer künftig Zugang zu dieser Form der Tokenisierung erhalten. Zudem hat Toyota noch keinen konkreten Starttermin oder Zeitplan für die Vorhaben veröffentlicht.
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