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Ethereum (ETH) hat alle Gewinne aus dem Mai wieder abgegeben. Der Kurs fiel in der vergangenen Woche um fast 10 Prozent und sank am Sonntag auf Binance kurzzeitig auf 2.097 Dollar, das niedrigste Niveau seit dem 7. April. Laut Tom Lee, dem Vorsitzenden von BitMine, liegt die Hauptursache nicht bei Krypto selbst, sondern beim Ölpreis.
Lee betont, dass Ethereum derzeit historisch stark invers zu Öl korreliert. Anders ausgedrückt: Steigt der Ölpreis, lastet das stärker auf Ethereum.
Brent-Öl notiert bei rund 111 Dollar pro Barrel und ist innerhalb eines Monats um über 16 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg ist vor allem auf Spannungen zwischen den USA und Iran sowie die Schließung der Straße von Hormus zurückzuführen.
Für Ethereum ist das ungünstig, da höhere Ölpreise die Inflationserwartungen anheizen. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Zentralbanken die Zinsen bald senken. In einem solchen Umfeld agieren Investoren vorsichtiger bei risikobehafteten Anlagen wie Krypto.
Ethereum wird dabei besonders hart getroffen, weil es mehr als Wachstumsanlage und technologische Plattform gilt denn als Bitcoin. Wenn die Liquidität knapper wird und die Risikobereitschaft schwindet, geraten gerade solche Assets schneller unter Verkaufsdruck.
Dennoch sieht Lee den jüngsten Rückgang vor allem als kurzfristiges Rauschen. Seiner Ansicht nach bleiben die strukturellen Argumente für Ethereum bestehen.
Er verweist besonders auf zwei große Trends, nämlich Tokenisierung und Agentic AI. Tokenisierung bezieht sich auf die Übertragung traditioneller Finanzanlagen wie Anleihen, Fonds oder Immobilien auf die Blockchain. Ethereum ist nach wie vor eines der wichtigsten Netzwerke für solche Anwendungen.
Agentic AI bezieht sich auf KI-Systeme, die eigenständig Aufgaben ausführen, Transaktionen tätigen und digitale Infrastrukturen benötigen. Laut Lee kann Ethereum hier als neutrale Abwicklungsschicht eine bedeutende Rolle spielen.
Laut Lee könnte eine Wende beim Ölpreis Ethereum helfen, sich zu erholen. Fällt der Ölpreis, lassen die Inflationssorgen nach und risikobehaftete Anlagen erhalten Auftrieb. Das könnte Ethereum erneut in Richtung höherer Niveaus katapultieren.
Zu Beginn dieses Monats prognostizierte Lee sogar, dass Ethereum bis Ende des Jahres auf 9.000 bis 12.000 Dollar steigen könnte. Das ist ein sehr optimistisches Szenario, insbesondere angesichts des aktuellen Ethereum-Kurses von etwa 2.100 Dollar.
Vorerst bleibt das Bild jedoch anfällig. Solange der Ölpreis hoch bleibt und geopolitische Spannungen die Märkte beherrschen, könnte Ethereum Schwierigkeiten haben, Momentum aufzubauen. Doch laut Lee ändert das nichts an der langfristigen Perspektive. Der Verkaufsdruck kommt hauptsächlich von makroökonomischen Faktoren, nicht von einer Verschlechterung Ethereums selbst.
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