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Ethereum (ETH) könnte laut dem renommierten Analysten Tom Lee zu einem der größten Gewinner der KI-Revolution werden. Auf der Proof of Talk-Konferenz in Paris prognostizierte der Fundstrat-Gründer, dass der Ethereum-Kurs letztlich bis auf 250.000 Dollar steigen könnte. Damit würde die weltweit zweitgrößte Kryptowährung mehr als das Hundertfache ihres jetzigen Werts erreichen.
Lee zufolge blicken Anleger derzeit auf die falschen Signale. Hinter den Kulissen vollziehe sich ein fundamentaler Wandel, bei dem künstliche Intelligenz, Tokenisierung und Großunternehmen Ethereum immer wichtiger für das Finanzsystem machten.
Im Zentrum von Lees optimistischer Einschätzung steht der Aufstieg der künstlichen Intelligenz. Sobald KI-Systeme immer mehr Aufgaben eigenständig übernehmen, müssen Maschinen seiner Ansicht nach kontinuierlich Zahlungen leisten und Daten austauschen.
Traditionelle Zahlungssysteme sind laut Lee dafür nicht geeignet. Blockchain-Netzwerke wie Ethereum bieten ihm zufolge eine weitaus effizientere Lösung für Identitätsprüfungen, Authentifizierung und direkte Zahlungen zwischen automatisierten Systemen.
„Roboter werden letztlich den Großteil des Internetverkehrs dominieren“, erklärte Lee während seiner Präsentation. „Für Authentifizierung, Identität und den Zahlungsverkehr ist die Blockchain der traditionellen Finanzinfrastruktur weit überlegen.“
Ethereum könnte sich so von einer spekulativen Anlage zur wichtigsten Infrastruktur für eine neue Maschinenwirtschaft entwickeln, in der KI-Systeme eigenständig Transaktionen durchführen.
Lee sieht in Tokenisierung und KI die beiden entscheidenden Entwicklungen, die eine nächste Wachstumsphase für Ethereum einleiten könnten. Sollte sich diese Vision bewahrheiten, hält er einen Kurs von 250.000 Dollar pro ETH für möglich.
Laut Lee verändert sich nicht nur die Nutzung von Ethereum, sondern auch die Art der Netzwerkverwaltung.
Während die Ethereum Foundation lange eine zentrale Rolle spielte, steigt der Einfluss großer Unternehmen rasant. Die Stiftung besitzt laut Lee nur noch etwa 100.000 ETH, was etwa 0,1 Prozent des gesamten Bestands entspricht.
Zugleich bauen börsennotierte Unternehmen ihre Positionen aggressiv aus. Ein markantes Beispiel ist Bitmine Immersion Technologies, dessen Vorsitzender Lee selbst ist.
Vergangene Woche erwarb das Unternehmen über 111.000 ETH im Wert von etwa 237 Millionen Dollar. Damit besitzt Bitmine nun fast 5,4 Millionen ETH, was rund 4,5 Prozent des gesamten zirkulierenden Ethereum entspricht.
Zusammen mit anderen großen Akteuren kontrollieren börsennotierte Unternehmen mittlerweile rund sieben Prozent aller ETH. Durch Staking erhalten diese Parteien geschätzt hunderte Millionen Dollar jährlich an Belohnungen.
Laut Lee entsteht dadurch ein neues Modell, in dem Unternehmen eine immer größere Rolle bei der Finanzierung und Sicherung des Netzwerks spielen.
Lee sieht sogar größeres Potenzial in Unternehmen, die große Mengen Ethereum halten, als in der Kryptowährung selbst.
In seiner Präsentation verwies er auf Bitmine, das seiner Meinung nach bald in den Russell 1000 Index aufgenommen werden könnte. Dieser Index wird von Fonds verfolgt, die gemeinsam über vier Billionen Dollar verwalten.
Lee zufolge könnte eine solche Aufnahme für zusätzliche Nachfrage nach der Aktie sorgen. Zudem erklärte er, dass Unternehmen, die Ethereum für Staking nutzen, langfristig besser abschneiden könnten als eine direkte Investition in ETH.
Für Lee ändert das nichts an seiner generellen Markteinschätzung. Trotz der jüngsten Kursflaute sowohl von Bitcoin als auch Ethereum bleibt er von einer neuen Aufwärtsphase überzeugt.
„Wenn man heute bärisch ist, verkauft man am Tiefpunkt“, so Lee. „Das gilt sowohl für Bitcoin als auch für Ethereum.“
Newsbit-Analyst Erik Juffermans sieht Druck auf Ethereum. ETH könnte auf 1.500 Dollar fallen, oder sogar in Richtung 1.000 Dollar.
Die Ethereum Foundation streicht 54 Stellen, also 20 Prozent der Belegschaft, inmitten einer Reihe von Führungskräfteabgängen.
Bitmine hat erneut Ethereum im Wert von 92 Millionen Dollar gekauft und nähert sich seinem Ziel von 5 Prozent des Bestands. Tom Lee bleibt optimistisch.
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