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Thailand arbeitet an neuen Vorschriften zur Ermöglichung von Krypto-ETFs, Krypto-Futures und tokenisierten Anlageprodukten. Die thailändische Securities and Exchange Commission (SEC) will damit einen klareren und besser kontrollierten Rahmen für digitale Vermögenswerte schaffen. Das Land versucht sich so stärker als regionales Zentrum für Krypto-Investitionen zu positionieren, insbesondere für institutionelle Akteure.
Laut Jomkwan Kongsakul, Vizegeneralsekretär der SEC, plant die Aufsichtsbehörde, Anfang dieses Jahres formelle Richtlinien für die Einführung von Krypto-ETFs zu veröffentlichen. Ein ETF ist ein Börsenprodukt, das es Investoren ermöglicht, auf reguliertem Weg zu investieren, ohne selbst Krypto kaufen oder verwahren zu müssen.
Die SEC betont, dass dies vor allem die Hürde für Personen senkt, die sich über technische Risiken wie Hacking oder das Wallet-Management Sorgen machen. Der Vorstand der SEC hat Krypto-ETFs grundsätzlich bereits genehmigt. Die Aufsichtsbehörde arbeitet nun an den Investitions- und Betriebsregeln, die festlegen, wie diese Produkte genau angeboten werden dürfen.
Neben ETFs will Thailand auch den Handel mit Krypto-Futures an der Thailand Futures Exchange (TFEX) zulassen. Futures sind Kontrakte, mit denen Anleger auf Preisbewegungen spekulieren oder Risiken absichern können. Die SEC will den Markt dafür regulieren und zugänglich machen, sodass der Handel nicht außerhalb der Aufsicht stattfindet.
Die SEC möchte digitale Vermögenswerte zudem als offizielle Anlageklasse im Rahmen des Derivatengesetzes anerkennen. Damit soll Krypto rechtlich besser an die bestehenden Finanzvorschriften angepasst werden. Die Aufsichtsbehörde nennt auch Maßnahmen zur Verbesserung der Funktionsweise des Marktes, wie beispielsweise die Ernennung von Market Makern zur Erhöhung der Liquidität.
Die SEC vertritt die Auffassung, dass Kryptowährungen wie eine reguläre Anlageklasse behandelt werden sollten, jedoch mit klaren Grenzen in einem diversifizierten Portfolio. Als Richtlinie nennt die Aufsichtsbehörde, dass Anleger bis zu 5 % eines diversifizierten Portfolios in digitale Vermögenswerte investieren könnten.
Thailand verschärft auch die Aufsicht über Finanz-Influencer. Laut Kongsakul wird für jede Empfehlung, die sich auf Wertpapiere oder Anlagerenditen bezieht, eine gültige Lizenz benötigt, beispielsweise als Anlageberater oder Introducing Broker. Mit diesem Ansatz will die SEC verhindern, dass unbefugte Personen Anleger zu riskanten Entscheidungen verleiten.
Die SEC arbeitet zudem mit der Bank of Thailand an einer Tokenisierungs-Sandbox. In einer solchen kontrollierten Testumgebung können Parteien neue digitale Finanzprodukte unter Aufsicht ausführlich testen. Die Aufsichtsbehörde will Emittenten von Bond-Tokens, digitalen Varianten von Anleihen, zur Teilnahme ermutigen.
Anfang Januar suspendierte die thailändische SEC die Aktivitäten von KuCoin Thailand, nachdem das Kapital fünf Tage in Folge unter die Mindestanforderungen gefallen war. KuCoin gibt an, dass dies auf einen Gesellschafterkonflikt zwischen der singapurischen CI-Gruppe und KuCoin Global zurückzuführen ist, wodurch eine geplante Kapitalerhöhung nicht genehmigt werden konnte.
KuCoin trat im Juni 2025 in den thailändischen Markt ein und plant, über die lokale Niederlassung eine Lizenz für den Handel mit digitalen Vermögenswerten zu beantragen. Laut dem Unternehmen würde dies ermöglichen, ein breiteres Angebot an Finanzprodukten in Thailand anzubieten.
Obwohl Krypto-Zahlungen in Thailand verboten sind, bleibt der Krypto-Handel unter Privatpersonen populär. Bitkub, die größte Börse des Landes, verzeichnet laut den verfügbaren Zahlen ein tägliches Handelsvolumen von etwa 60 Millionen Dollar. Mit den neuen Plänen für Krypto-ETFs, Futures und Tokenisierung will Thailand vor allem einen regulierten Markt schaffen, der für professionelle und institutionelle Investoren attraktiver ist.
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