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Der Stablecoin-Emittent Tether, bekannt durch USDT, hat in den vergangenen Jahren eine beachtliche Menge physischen Goldes aufgebaut. Mittlerweile verfügt das Unternehmen über einen Goldbestand, der mit dem von Ländern wie Südkorea und Ungarn vergleichbar ist. Nach Angaben der Investmentbank Jefferies ist Tether damit der größte private Goldhalter der Welt.
Im vergangenen Quartal stand das Unternehmen für fast 2 Prozent der weltweiten Goldnachfrage. Das geht aus einer Analyse von Jefferies hervor, auf die sich die Financial Times beruft. Demnach beeinflusst Tethers aggressives Kaufverhalten die kurzfristige Stimmung am Goldmarkt und könnte eine größere Rolle beim jüngsten Preisanstieg von Gold spielen, als bislang angenommen.
Laut Jefferies war Tether im dritten Quartal für fast 12 Prozent der weltweiten Goldkäufe aller Zentralbanken verantwortlich. Die Investmentbank schreibt:
„Die jüngste Akkumulation hat das Angebot kurzfristig wahrscheinlich verknappt und die Marktstimmung beeinflusst.“
Zahlen von Jefferies deuten darauf hin, dass Tether 2025 weitere 100 Tonnen Gold erwerben will. Angesichts des erwarteten Jahresgewinns von 15 Milliarden Dollar scheint dieses Ziel realistisch. Neben physischen Goldreserven investiert Tether auch in den Goldsektor selbst. So erwarb das Unternehmen im Juni eine Beteiligung von 32 Prozent an der börsennotierten kanadischen Firma Elemental Altus Royalties.
Tether emittiert außerdem Tether Gold (XAUt). Dabei handelt es sich um einen goldgedeckten Krypto-Token, der durch physisches Gold besichert ist, das Tether in Tresoren in der Schweiz lagert. Seit August hat sich die im Umlauf befindliche Menge von XAUt um 275.000 Unzen verdoppelt, was mehr als 1,1 Milliarden Dollar entspricht. Die gesamte Marktkapitalisierung von XAUt liegt inzwischen bei 2,1 Milliarden Dollar.
Nach Einschätzung von Jefferies setzt Tether damit auf den Durchbruch von tokenisiertem Gold, da es Anlegern eine effizientere Alternative zu physischem Gold, Futures und Gold-ETFs bietet.
Die Aktivitäten von Tether weisen derweil immer mehr Parallelen zu denen von Zentralbanken auf. Das Unternehmen fungiert gewissermaßen als eine Art Zentralbank innerhalb der dezentralen Web3-Welt. Tether verwaltet nämlich ein Reserveportfolio aus US-Staatsanleihen, Gold und Bitcoin (BTC). Zudem erzielt es Zinseinnahmen auf Anleihen und setzt Maßnahmen um, die einer Geldpolitik ähneln – etwa das Einfrieren von Adressen.
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