Der Aufstieg der künstlichen Intelligenz (KI) wird nicht nur einen enormen Einfluss auf die traditionellen Aktienmärkte haben, sondern könnte auch große Auswirkungen auf den Kryptosektor haben. Der Chef von Tether, dem Herausgeber der weltweit größten Stablecoin USDT, warnt vor einem Risiko, das seiner Meinung nach in den kommenden Jahren zunehmend sichtbar wird.

Bitcoin-Kurs bleibt stark, aber anfällig für KI-Blase

Laut Tether-CEO Paolo Ardoino stellt eine mögliche KI-Blase das größte Risiko für Bitcoin (BTC) im Jahr 2026 dar. In der Bitcoin Capital Podcast erklärt er, dass Unternehmen derzeit Milliarden in Rechenzentren und Chips investieren. Diese Überhitzung könnte zu einem Crash führen, und wenn das passiert, wird auch Bitcoin betroffen sein.

Bitcoin ist nach wie vor „stark korreliert“ mit den Kapitalmärkten, sagt Ardoino. Eine Börsenkorrektur bei KI-Aktien könnte seiner Meinung nach eine Schockwelle auf dem Kryptomarkt auslösen. Dennoch bleibt er optimistisch hinsichtlich der langfristigen Stärke von BTC, auch dank der zunehmenden Akzeptanz durch Regierungen und institutionelle Investoren.

Extrem tiefe Abstürze, wie die 80-prozentigen Einbrüche in den Jahren 2018 und 2022, hält er für unwahrscheinlich. Laut Ardoino ist der Markt reifer geworden, auch durch das Engagement institutioneller Akteure, die für mehr Stabilität sorgen.

Bitcoin erreichte im November kurzzeitig einen Tiefpunkt von etwa 80.000 Dollar, während es im Oktober noch ein Allzeithoch von über 126.000 Dollar erreichte. Damit liegt der Tiefpunkt der aktuellen Korrektur bei etwa 37 Prozent. Das ist erheblich, aber immer noch weit entfernt von den tiefen Einbrüchen früherer Zyklen.

Tokenisierung wächst, Europa bleibt zurück

Ardoino äußert sich zudem positiv über tokenisierte reale Vermögenswerte (RWA). Dabei handelt es sich um digitale Versionen von echten Vermögenswerten wie Aktien oder Gold, die auf der Blockchain basieren. Diese Vermögenswerte können effizienter gehandelt werden, sind rund um die Uhr verfügbar und bieten laut dem CEO ein enormes Wachstumspotenzial.

Hier findet die echte Wertschöpfung in den kommenden Jahren statt, so Ardoino. Er erwartet, dass dieser Markt exponentiell wachsen wird.

Gleichzeitig übt Ardoino Kritik an Europa. Seiner Meinung nach bremst die Europäische Union die Innovation mit ihren strengen Vorschriften. „Europa hinkt wie immer der Innovation hinterher“, sagt der Tether-Chef. Die MiCA-Regeln würden die Entwicklung von Krypto eher verlangsamen als unterstützen.

Indessen sehen wir in den Vereinigten Staaten, dass Innovation durch die pro-Krypto-Politik der Trump-Administration gefördert wird. Dies führt dazu, dass unter anderem die Tech-Börse Nasdaq die Möglichkeiten zur Tokenisierung von Aktien erforscht.

Auch die Securities and Exchange Commission (SEC) hat kürzlich grünes Licht für ein Pilotprojekt der DTCC gegeben, einem zentralen Akteur bei der Abwicklung von Aktien- und Anleihehandel. Mit dem Projekt, das 2026 starten soll, können Aktien und Staatsanleihen in Blockchain-Token umgewandelt werden.

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