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Pavel Durov, CEO der Messaging-App Telegram, äußerte Kritik an der neuen europäischen App zur Altersverifikation. Ihm zufolge birgt die Technologie nicht nur Sicherheitsrisiken, sondern könnte langfristig auch zur umfassenderen Kontrolle von Internetnutzern innerhalb der Europäischen Union eingesetzt werden.
Diese Warnung folgt kurz nachdem die Europäische Kommission verkündete, dass die App technisch einsatzbereit ist. Das System soll es Nutzern ermöglichen, ihre Volljährigkeit nachzuweisen, ohne persönliche Daten preiszugeben.
Durovs Bedenken basieren auch auf einer Analyse des Sicherheitsberaters Paul Moore. Er behauptet, dass die App aufgrund ihres technischen Designs in weniger als zwei Minuten gehackt werden könnte. Moore zufolge könnte das System manipuliert werden, wodurch die Altersverifikation möglicherweise nicht mit dem richtigen Nutzer verknüpft ist.
Zudem warnt er, dass solche Schwachstellen langfristig zu groß angelegten Datenlecks führen könnten. Dies wirft Fragen zur Zuverlässigkeit und Sicherheit des Systems in der Praxis auf.
Durov betont, dass die Auswirkungen über die Altersverifikation hinausgehen könnten. Er befürchtet, dass die Technologie später genutzt werden könnte, um strengere Formen der Online-Identifikation einzuführen.
Dem Telegram-CEO zufolge besteht das Risiko, dass ein System, das derzeit als datenschutzfreundlich präsentiert wird, letztlich zu einer umfassenderen Infrastruktur für digitale Identität ausgebaut wird. Er deutet an, dass die aktuellen Schwachstellen sogar genutzt werden könnten, um strengere Maßnahmen zu rechtfertigen.
Die Europäische Kommission hebt hervor, dass der Datenschutz im Zentrum des App-Designs steht. Das Projekt wurde im Juli 2025 vorgestellt und als Open-Source-Lösung entwickelt, um Experten die Möglichkeit zu geben, die Technologie zu überprüfen.
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärt, dass die App vollständig anonym sei. Nutzer könnten ihr Alter nachweisen, ohne persönliche Daten zu teilen oder verfolgt zu werden. Zudem sei das System mit Blick auf eine zukünftige Integration mit europäischen digitalen Identitätslösungen entworfen worden.
Die Diskussion um die europäische Altersverifikations-App fügt sich in eine größere internationale Debatte ein. Weltweit arbeiten Regierungen an Systemen zur Kontrolle von Alter und Identität im Internet, was Bedenken hinsichtlich Datenschutz, Sicherheit und möglicher Überwachung auslöst.
Da Forscher angeben, dass das europäische System möglicherweise leicht zu umgehen ist, bleibt die Frage, ob die Balance zwischen Datenschutz und Sicherheit tatsächlich machbar ist.
Pavel Durov tritt seit Langem als Verfechter von digitalem Datenschutz und Meinungsfreiheit auf. Gleichzeitig steht er unter Druck von Behörden. In Frankreich läuft eine Untersuchung zu angeblichen illegalen Aktivitäten über Telegram, darunter Betrug und organisierte Kriminalität. Auch wird die Plattform wegen mangelnder Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden kritisiert.
Durovs Kritik an den EU-Plänen unterstreicht das breite Spannungsfeld zwischen Datenschutz, Sicherheit und Regulierung im Internet.
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