Die Tech-Giganten dieser Welt schließen sich hinter einem neuen Zahlungsprotokoll für KI-Agenten zusammen. Google, Microsoft und Amazon Web Services gehören zu den namenhaften Unternehmen, die die kürzlich gestartete x402 Foundation unterstützen. Das Ziel: ein offener Standard, der es KI-Software ermöglicht, eigenständig via Krypto und traditionellen Zahlungsnetzwerken zu zahlen.
Big Tech und Bezahldienst-Giganten bündeln ihre Kräfte
Die x402 Foundation wurde am Donnerstag unter der Federführung der Linux Foundation gegründet, eine der größten und einflussreichsten Open-Source-Organisationen weltweit. Die Kryptobörse Coinbase, die das x402-Protokoll entwickelt hat, spielte bei der Gründung eine Schlüsselrolle.
Hinter dem Protokoll steht keineswegs nur ein kleines Grüppchen. Neben Google, Microsoft und AWS haben auch American Express, Mastercard, Visa, Stripe, Shopify und Cloudflare ihre Unterstützung angekündigt. Aus der Krypto-Szene schließen sich Circle, Polygon Labs, die Solana Foundation und Base an.
„Das Internet basiert auf offenen Protokollen“, sagte Jim Zemlin, CEO der Linux Foundation. Indem das Protokoll bei einer neutralen Non-Profit-Organisation angesiedelt wird, soll es einfacher werden, breite Unterstützung von Entwicklern und Unternehmen zu gewinnen.
Was macht x402 genau?
Das x402-Protokoll ist ein offener Zahlungsstandard, der es KI-Agenten ermöglicht, eigenständig für den Zugang zu Daten, APIs und digitalen Diensten zu zahlen. Man denke an Software, die ohne menschliches Eingreifen ein Abonnement abschließt oder Daten erwirbt.
Das klingt futuristisch, aber die Branche rechnet ernsthaft damit. Coinbase-CEO Brian Armstrong erklärte, dass bald mehr KI-Agenten Online-Transaktionen durchführen werden als Menschen.
Circle-CEO Jeremy Allaire prognostizierte im Januar, dass in drei bis fünf Jahren „buchstäblich Milliarden von KI-Agenten“ on-chain aktiv sein werden. Und der CEO des Konkurrenten Tether erwartet, dass innerhalb von 15 Jahren ganze eine Billion KI-Agenten aktiv sein werden, die massenhaft Bitcoin und USDT als Zahlungsmittel nutzen.
Nutzung stieg explosionsartig, fiel jedoch genau so schnell wieder ab
Das Protokoll hat seine erste Feuerprobe bereits bestanden, auch wenn der Erfolg von kurzer Dauer war. Daten von Dune Analytics zeigen, dass das x402-Protokoll im November letzten Jahres einen Höchststand von 13,7 Millionen Transaktionen innerhalb einer Woche erreichte.
Danach brach die Aktivität jedoch drastisch ein. Im Jahr 2026 schwankt die wöchentliche Anzahl der Transaktionen zwischen 29.000 und 1,1 Millionen. Ein deutlicher Rückgang, der zeigt, dass eine breite Nutzung trotz der großen Namen hinter dem Projekt noch keine Selbstverständlichkeit ist.
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