Taiwan sollte erneut über eine nationale Bitcoin-Reserve nachdenken. Das empfiehlt Jacob Langenkamp vom Bitcoin Policy Institute in einem neuen Bericht. Seine Argumentation ist vor allem geopolitisch: Sollte China jemals versuchen, Taiwan durch eine Blockade oder Invasion unter Druck zu setzen, wäre Bitcoin laut Langenkamp eines der wenigen Reservegüter, die direkt zugänglich und beweglich blieben.
Warum diese Diskussion gerade jetzt wieder aufkommt
Die Überlegung hinter dem Bericht ist recht einfach. Traditionelle Reserven wie Gold oder ausländische Währungen sind in einem Kriegsszenario auf andere Weise verwundbar als Bitcoin. Gold muss physisch gelagert und transportiert werden, während Dollarreserven vom internationalen Finanzsystem abhängig bleiben.
Bitcoin existiert rein digital und könnte theoretisch ohne physische Transportkette zugänglich bleiben, solange Taiwan selbst die Schlüssel verwaltet. Genau dieses geopolitische Argument bringt der Thinktank nun erneut zur Diskussion.
Diese Debatte ist besonders relevant, da Taiwan diese Option bereits zuvor in Erwägung gezogen hat. Die taiwanesische Zentralbank prüfte Ende 2025 die Möglichkeit einer Bitcoin-Reserve, lehnte sie jedoch im Dezember wegen Bedenken hinsichtlich Volatilität, Liquidität und Verwahrung ab. Dennoch blieb die Bank offen für weitere Experimente in einem digitalen-Asset-Sandbox-Modell.
Taiwan hält bereits Bitcoin
Auffallend ist, dass Taiwan bereits über eine kleine Menge Bitcoin verfügt. Laut früher veröffentlichten Informationen hält das taiwanesische Justizministerium etwa 210,45 Bitcoin, die aus Beschlagnahmungen in Strafsachen stammen.
Dieser Bestand ist im Vergleich zu den gesamten Reserven Taiwans gering, macht die Diskussion jedoch konkreter: Das Land redet nicht nur über Bitcoin, es besitzt sie bereits staatlich.
Dollar bleibt vorerst Favorit
Das bedeutet jedoch nicht, dass Taiwan schnell eine Kehrtwende vollziehen wird. Die Zentralbank Taiwans hielt Ende 2025 an der Auffassung fest, dass der US-Dollar vorerst ein sichererer Reserveanker ist.
Das ist auch nachvollziehbar, denn Taiwan verfügt über sehr große ausländische Reserven, laut Zahlen der Zentralbank mehr als 600 Milliarden Dollar, und wird nicht so schnell mit einem Asset experimentieren, das nach wie vor stark schwanken kann. Der Bitcoin-Kurs strahlt vorerst noch nicht die erforderliche Stabilität aus.
Im Kern geht es der Denkfabrik also um ein strategisches Argument. Nicht darum, dass Bitcoin morgen den Dollar in Taiwan ersetzt, sondern dass eine Insel, die unter ständiger militärischer Bedrohung lebt, eventuell andere Anforderungen an ihre Reserven stellen muss als ein normales Land.
Damit ist die Diskussion über eine Bitcoin-Reserve in Taiwan noch lange nicht vom Tisch, sondern vielmehr erneut eröffnet.
Bitcoin-Kurs holt Strategy-Verluste auf: 4 Prozent Plus in wenigen Stunden
Bitcoin geriet nach der Ankündigung des BTC-Verkaufs von Strategy unter Druck, hat sich inzwischen aber deutlich erholt. Nun wird es wieder spannend.
Bitcoins Risikoindikator fällt unter null – das könnte ein gutes Zeichen sein
Die Sharpe Ratio von Bitcoin ist auf -21 gefallen – genau auf das Niveau des Bärenmarkts von 2022. In diesem Bereich markierte der Markt wiederholt einen Boden.
Krypto-Kursupdate: Bitcoin erholt sich nach Strategy-Verkauf, Markt bleibt unter Druck
Bitcoin hat nach dem Verkauf durch Strategy einen kräftigen Rückschlag erlitten, erholt sich inzwischen aber wieder. So steht der Markt aktuell da.
Meistgelesen
XRP verschwindet in großem Stil von Binance: Was bedeutet das für den Kurs?
Viele XRP-Halter ziehen ihre Coins von der Kryptobörse Binance in eigene Wallets ab. Kann das dem Kurs neuen Schwung geben?
Warum der November 2026 für Ripple und XRP bedeutend sein könnte
Eine neue SWIFT-Aktualisierung im November 2026 und ein Konzept eines ehemaligen SWIFT-Veteranen nähren die Spekulationen über eine Rolle von XRP.
Kann XRP auf 10.000 bis 50.000 Dollar steigen? ChatGPT erklärt, warum es möglich ist
Südkorea will auch kleine Kryptotransaktionen überwachen. Der Vorschlag soll Geldwäsche verhindern und internationale Vorschriften stärken.
