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Das Oberste Gericht Südkoreas hat eine bedeutende Entscheidung zur rechtlichen Einstufung von Bitcoin getroffen. Erstmals hat das Gericht ausdrücklich festgelegt, dass Bitcoin, das auf zentralisierten Kryptobörsen gehalten wird, von der Justiz beschlagnahmt werden kann. Damit wird ein wesentliches rechtliches Graufeld rund um Kryptowährungen geklärt.
Die Entscheidung hat Auswirkungen auf Millionen von Kryptonutzer in Südkorea und legt zusätzliche Pflichten auf Handelsplattformen. Digitale Coins werden damit stärker wie herkömmliche Finanzvermögen im Strafrecht behandelt.
In einem Urteil vom 11. Dezember 2025, das über das offizielle Bulletin des Obersten Gerichts veröffentlicht wurde, bestätigte das Gericht die Rechtmäßigkeit der Beschlagnahmung von 55,6 Bitcoin. Diese standen auf einem Konto einer südkoreanischen Börse und waren mit einem Verdächtigen in einem Geldwäschefall verbunden.
Dem Gericht zufolge erfüllt Bitcoin die Voraussetzungen, als Objekt der Beschlagnahmung angesehen zu werden. Es hob die eigenständige Kontrollierbarkeit, Handelbarkeit und den wirtschaftlichen Wert der digitalen Coin hervor. Damit fällt Bitcoin unter die Strafprozessordnung, obwohl es sich um digitale Informationen handelt.
Frühere Urteile des Obersten Gerichts erkannten Bitcoin bereits als kriminelle Einnahmen an, die konfisziert werden können und als Eigentum, das Ziel von Betrug sein kann. Die neue Entscheidung geht jedoch einen Schritt weiter, indem sie sich speziell auf Bitcoin konzentriert, das in Wallets gespeichert ist, die von Kryptobörsen verwaltet werden.
Diese Unterscheidung ist wichtig, da viele Nutzer ihre Bitcoin nicht selbst verwalten, sondern auf Handelsplattformen belassen. Das Urteil verdeutlicht, dass diese Guthaben direkt unter den Zugriff der Justiz fallen und nicht durch die Plattform geschützt sind, auf der sie aufbewahrt werden.
Für Nutzer südkoreanischer Plattformen wie Upbit und Bithumb bedeutet das Urteil, dass ihre Bitcoin rechtlich anfälliger geworden sind. Wenn Guthaben mit möglichen Straftaten in Verbindung gebracht werden, können sie künftig direkt eingefroren oder beschlagnahmt werden.
Für Kryptobörsen bedeutet dies einen erhöhten Druck, schnell auf gerichtliche Anordnungen zu reagieren. Zudem müssen sie weiterhin in strenge Identitätsprüfungen und Systeme investieren, die Transaktionen besser verfolgen und analysieren können.
Mit dieser Entscheidung schließt sich Südkorea dem Ansatz an, der bereits in den USA und der Europäischen Union angewendet wird. In diesen Regionen nutzen die Behörden bestehende rechtliche Mittel, um Kryptowährungen, die bei zentralen Vermittlern gehalten werden, in Strafsachen sicherzustellen.
Die Entscheidung unterstreicht eine breitere internationale Entwicklung, bei der Kryptowährungen zunehmend als vollwertige Finanzanlagen innerhalb des bestehenden Rechtssystems behandelt werden.
Die Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Finanzaufsichtsbehörden ihre Befugnisse weiter ausbauen möchten. Die südkoreanische Financial Services Commission prüft derzeit einen Vorschlag, um Krypto-Konten präventiv einfrieren zu können, wenn Verdacht auf Marktmanipulation besteht.
Dies wäre vergleichbar mit Maßnahmen auf dem Aktienmarkt, wo Behörden Transaktionen bei Anzeichen von Praktiken wie Wash Trading oder automatisierten Pump-and-Dump-Strategien vorübergehend blockieren können, noch bevor ein Gericht eine Entscheidung trifft.
Gleichzeitig arbeitet die südkoreanische Regierung an der zweiten Phase ihrer Gesetzgebung zu digitalen Vermögenswerten, die Teil der Wirtschaftsstrategie bis 2026 ist. Diese Phase umfasst unter anderem Regeln für Emittenten von Stablecoins, einen Rahmen für grenzüberschreitende Transaktionen und Pläne zur Einführung von Spot-ETFs für digitale Vermögenswerte.
Mit dieser Kombination aus strengerer Durchsetzung und neuer Regulierung setzt Südkorea auf einen besser regulierten und transparenteren Kryptomarkt. Das Urteil des Obersten Gerichts macht deutlich, dass digitale Währungen endgültig einen festen Platz im rechtlichen und finanziellen System erhalten haben.
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