Die südkoreanische Regierung plant neue Maßnahmen, um Missbrauch auf dem Kryptomarkt effektiver zu bekämpfen. Finanzaufsichtsbehörden prüfen, ob sie Krypto-Konten vorsorglich einfrieren dürfen, wenn der Verdacht auf Preismanipulation besteht. Damit soll verhindert werden, dass Verdächtige ihre digitalen Vermögenswerte verlagern, bevor die Behörden eingreifen.

Laut der Financial Services Commission (FSC), der wichtigsten Finanzaufsichtsbehörde Südkoreas, reicht die aktuelle Gesetzgebung nicht aus. Aufgrund rechtlicher Verfahren dauert es oft zu lange, bis Konten gesperrt werden können, wodurch möglicherweise illegale Gewinne aus dem Blickfeld verschwinden.

Möglichkeit zur vorübergehenden Transaktionsblockade

Die FSC untersucht die Einführung eines Systems, das es ermöglicht, Zahlungen und Transaktionen vorübergehend auszusetzen. Dies würde den Aufsichtsbehörden erlauben, verdächtige Kryptotransaktionen direkt zu stoppen, bevor Geld gewaschen oder auf private Wallets übertragen werden kann.

Eine vergleichbare Maßnahme existiert bereits auf dem südkoreanischen Aktienmarkt. Dort können Konten von Personen, die verdächtigt werden, den Markt zu manipulieren, eingefroren werden, bis geklärt ist, ob es sich um illegale Geschäfte handelt. Die Aufsichtsbehörde will nun prüfen, ob dieser Ansatz auch für Kryptowährungen geeignet ist.

Kryptomarkt besonders anfällig für Manipulationen

Laut der FSC ist der Kryptomarkt besonders anfällig für Manipulationen. Digitale Vermögenswerte können schnell und einfach transferiert werden, oft ohne Beteiligung zentraler Instanzen. Dies erschwert nachträgliche Eingriffe.

Häufig eingesetzte Manipulationstechniken umfassen unter anderem das künstliche Anheben von Preisen, gleichzeitiges Kaufen und Verkaufen derselben Kryptowährung sowie den Handel mit Insiderwissen. Solche Praktiken können kurzfristig zu hohen Gewinnen führen, die ebenso schnell wieder verschwinden. Daher wird ein frühzeitiges Eingreifen als zunehmend wichtig erachtet.

Gesetzgebung hinkt der Praxis hinterher

Unter der aktuellen Kryptogesetzgebung sind südkoreanische Behörden auf gerichtliche Anordnungen angewiesen, um Vermögenswerte einzufrieren. Dieser Prozess kostet Zeit und bietet Verdächtigen die Möglichkeit, ihr Geld zu sichern.

Zugleich sind die Regeln auf den traditionellen Finanzmärkten bereits weiter entwickelt. Seit April 2025 können Konten bei Verdacht auf unlauteren Handel oder illegale Leerverkäufe gesperrt werden. Während einer internen Sitzung im November diskutierte die FSC, ob diese Befugnisse auch auf den Kryptomarkt angewendet werden sollten.

Teil einer umfassenderen Kryptowährungsregulierung

Die mögliche Maßnahme ist Bestandteil einer umfassenderen Strategie Südkoreas zur strengeren Regulierung des Kryptosektors. Zuvor hatte der nationale Steuerdienst mitgeteilt, dass Krypto-Vermögenswerte in Cold Wallets nicht außerhalb seines Zugriffs liegen. Bei Verdacht auf Steuerhinterziehung können sogar Offline-Speichergeräte beschlagnahmt werden.

Darüber hinaus untersuchte die FSC im Dezember, ob Kryptobörsen auf einem ähnlichen Niveau wie Banken haftbar gemacht werden sollten. In einem solchen Fall müssten Plattformen Nutzer bei Verlusten durch Hacks oder technische Störungen entschädigen, auch wenn keine Fahrlässigkeit vorliegt.

Schwerpunkt auf Prävention und Anlegerschutz

Die jüngsten Vorschläge verdeutlichen, dass Südkorea den Fokus von reiner Nutzerprotektion auf aktive und präventive Durchsetzung verlagert. Durch schnelleres und strengeres Eingreifen will die Regierung Schäden für Anleger begrenzen und das Vertrauen in den Kryptomarkt stärken.

Mit diesem Kurs versucht Südkorea, den Kryptosektor immer mehr an die traditionelle Finanzwelt anzunähern, wobei Marktmissbrauch weniger Raum erhält und Transparenz im Mittelpunkt steht.

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